Korruptionsskandal
Fifa schmeißt Kronzeuge Blazer raus

Die Ethikkommission der Fifa reagiert erstmals auf die Korruptionsvorwürfe: Sie hat das ehemalige Mitglied des Exekutivkomitees, Chuck Blazer, lebenslang gesperrt. Weiterhin unklar ist indes die Zukunft Sepp Blatters.
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ZürichDer frühere Fifa-Funktionär Chuck Blazer ist vom Ethikkomitee des Weltfußballverbandes lebenslang für jegliche Aktivität im Fußballgeschäft gesperrt worden. Die Fifa sieht in ihm einen „Drahtzieher von Systemen, die die Gewährung, Annahme, Übergabe und den Empfang verdeckter und illegaler Zahlungen, Bestechungs- und Schmiergelder beinhalteten, sowie anderer Systeme zur Bereicherung“.

Der Fußballfunktionär sei der Verletzung von Art. 13 (Allgemeine Verhaltensregeln), Art. 15 (Loyalität), Art. 16 (Vertraulichkeit), Art. 18 (Anzeige- sowie Mitwirkungs- und Rechenschaftspflicht), Art. 19 (Interessenkonflikte), Art. 20 (Annahme und Gewährung von Geschenken und sonstigen Vorteilen) und Art. 21 (Bestechung und Korruption) des FIFA-Ethikreglements für schuldig befunden worden.

Blazer hatte sich bereits vor der US-Justiz schuldig bekannt. Das Justizministerium hatte dies im Mai öffentlich gemacht. Der Ex-Funktionär hatte mit den amerikanischen Bundesbehörden als Zeuge kooperiert, seit 2011 gegen ihn wegen Steuerdelikten ermittelt worden war. Blazer war bis 2013 insgesamt 16 Jahre lang Mitglied des mächtigen Exekutivkomitees.

Unklar ist indes weiter die Zukunft Sepp Blatters. Der Fifa-Präsident gilt als ein Meister des Taktierens. Zuletzt hatte sich zweideutig dazu geäußert, ob er tatsächlich nach 17 Jahren die Fifa-Spitze räumen wird. Nun wird er gegenüber der Schweizer „Weltwoche“ etwas deutlicher.

Auf die Frage, ob er möglicherweise nach der angesetzten Neuwahl doch noch Präsident sein könnte, antwortete Blatter: „Im Prinzip nein“. Und ergänzte: „Auch wenn ihn der Kongress nach erfolgreiche Reformarbeit anflehen würde, Präsident zu bleiben“, wolle er gehen.

Blatter hatte im Juni kurz nach seiner fünften Wiederwahl erklärt, dass er sein Amt bei einem außerordentlichen Kongress der Fifa zur Verfügung stellen wolle. Zuvor hatten die USA rund ein Dutzend Fußball-Funktionäre und Sport-Rechte Manager wegen Korruption angeklagt und sieben Fifa-Funktionäre - darunter zwei Vize-Präsidenten - in einer spektakulären Aktion in Zürich verhaften lassen.

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