Korruptionsskandal
Fifa verklagt Ex-Funktionäre auf Schadenersatz

Die Fifa greift im Korruptionsskandal um verschiedene WM-Vergaben einem Urteil der US-Justiz voraus und klagt auf Schadenersatz. Der Weltverband bestätigt damit, dass sich verschiedene Funktionäre haben schmieren lassen.

ZürichDer krisengeschüttelte Weltfußballverband Fifa sieht sich als Opfer der Korruptionsskandale und verlangt von in den USA angeklagten ehemaligen Funktionären und Marketing-Managern Schadenersatz in zweistelliger Millionenhöhe. „Über viele Jahre haben die Beschuldigten in grober Weise ihre Position ausgenutzt, um sich persönlich zu bereichern, was signifikanten Schaden der Fifa zugefügt hat“, heißt es in der Klage, welche die Anwälte der Fifa am Dienstag beim zuständigen Gericht in New York eingereicht haben. Die Fifa beziffert den erlittenen Schaden mit „mindestens 28,23 Millionen Dollar“.

Der Verband hängt sich mit diesem Schritt an die laufenden Strafverfahren der USA gegen 41 ehemalige Fifa-Funktionäre und Sportmarketing-Manager. Insgesamt haben die USA von den Beschuldigten 190 Millionen Dollar Vermögenswerte sichergestellt und 100 Millionen Dollar in den USA und im Ausland einfrieren lassen.

Mit der Klage verlangt die Fifa nun, dass sie als geschädigte Partei einen Teil dieses Geldes bekommt. Doch bis es soweit ist, kann es dauern. Zuvor müssen die Beschuldigten rechtskräftig wegen Korruption und Unterschlagung verurteilt sein. „Nicht die Fifa stellt sich selbst als geschädigte Partei dar, diesen Status hat dem Verband die US-Justiz zugewiesen“, heißt es aus mit dem Fall vertrauten Kreisen. Dank dieses Rechtsstatus kann die Fifa Schadenersatz im Rahmen des Strafprozesses verlangen.

Besonders im Visier hat der Weltfußballverband mit der Klage den Ex-Vizepräsidenten Jack Warner, der früher die Nord- und Zentralamerikanische Konföderation Concacaf geleitet hat und dem zahlreiche Korruptionsvergehen vorgeworfen werden. Im Fokus stehen auch sein Nachfolger Jeffrey Webb sowie der geständige Ex-Concacaf-Generalsekretär Charles Blazer. Blazer und Warner gelten als Zentrum zahlreicher Stimmenkäufe und schmutziger Deals.

Die Vorwürfe in der Fifa-Klage sind weitgehend aus den Strafanträgen der US-Justiz bekannt; die Fifa stützt sich bei ihrem Vorgehen aber auch auf ihre internen Ermittlungsergebnisse der US-Anwaltskanzlei Quinn Emanuel.

Letztlich räumt der Verband mit der Klage ein, dass ranghohe Funktionäre jahrelang die Hand aufgehalten haben - auch bei der Vergabe von WM-Turnieren. So heißt es wörtlich in der Klageschrift: „Es ist nun offensichtlich, dass zahlreiche Mitglieder des Fifa-Exekutivkomitees ihre Position missbraucht haben und ihre Stimmen bei zahlreichen Gelegenheiten verkauft haben.“

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