Korruptionsverdacht

Katar droht die WM 2022 zu verlieren

Die Stimmen gegen eine Fußball-WM in Katar werden lauter. Nun hat DFB-Präsident Zwanziger deutliche Zweifel geäußert. Neben der Höllenhitze könnten Korruptionsuntersuchungen zum Stolperstein für den Wüstenstaat werden.
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Fifa-Chef Sepp Blatter hat unlängst selbst eingeräumt, dass die WM-Vergabe 2022 an Katar ein „Fehler“ war. Quelle: dpa

Fifa-Chef Sepp Blatter hat unlängst selbst eingeräumt, dass die WM-Vergabe 2022 an Katar ein „Fehler“ war.

(Foto: dpa)

DüsseldorfKatar muss um die Fußball-Weltmeisterschaft in acht Jahren zittern. Zug um Zug stellen hochrangige Fußball-Funktionäre das Sportspektakel im Wüstensand in Frage. „Ich bin alles andere als sicher, ob die WM in Katar ausgetragen wird, weil zu viel gewichtige Punkte nicht geklärt sind“, sagte der frühere DFB-Präsident Theo Zwanziger dem Handelsblatt (Freitagausgabe).

Der Jurist ist Mitglied des obersten Führungsgremiums des Weltfußballverbands Fifa, des Exekutiv-Komitees. Eines sei ohnehin klar: „Im Sommer kann in Katar nicht gespielt werden. Das ist Beschlusslage der Fifa.“

Die Höllenhitze lässt nach Ansicht der Fußballoberen keine Spiele im Sommer zu. Eine Verlegung in den Winter ist jedoch schwierig, weil das die nationalen Ligen durcheinander bringt und mit den Olympischen Spielen kollidiert.

Doch noch etwas spricht gegen Katar: Derzeit untersucht eine Fifa-Kommission unter Leitung des ehemaligen amerikanischen Staatsanwalts Michael Garcia, ob bei der WM-Vergabe Schmiergeld floss. „Wenn der Untersuchungsbericht Bestechung nachweist, also, dass das Votum durch Zahlungen beeinflusst worden ist, dann könnte die Vergabe nichtig sein“, sagte Domenico Scala dem Handelsblatt. #

Der Schweizer leitet die neue Audit- und Compliance-Kommission der Fifa. Nach Ansicht des Managers müsste die WM daher neu vergeben werden, wenn sich Korruption nachweisen lässt.

Das sieht auch Theo Zwanziger so. „Mit Blick auf die Vergabe der WM an Katar kommt es auf den Gesamteindruck von Ermittler Garcia an, ob diese Entscheidung sauber ablief. Hegt er hieran ernste Zweifel und spricht der Fifa eine Empfehlung aus, die Entscheidung zu überdenken, so wird der Kongress nicht umhin können, die WM neu zu vergeben.“

Im Fifa-Kongress haben alle 209 Mitglieder eine Stimme. Es wäre das erste Mal, dass die Vollversammlung der Fifa eine WM vergibt. Bislang war das Aufgabe des 24-köpfigen Exekutivkomitees.

Jüngst hatte sich bereits Fifa-Präsident Sepp Blatter sehr kritisch zur WM-Vergabe an Katar geäußert. „Natürlich war es ein Fehler. Aber wissen sie, man macht viele Fehler im Leben. Der Technische Bericht zu Katar hat eindeutig gesagt, dass die Temperaturen im Sommer zu hoch sind“, sagte Blatter in einem Interview mit dem Schweizer Sender RTS.

Die exotischen Stadien für die WM 2022 in Katar
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Die Fußball-WM 2022 in Katar wird definitiv eine WM der kurzen Wege: Mit 11.521 Quadratkilometern ist das Emirat nur rund dreimal so groß wie Berlin. Die zwölf geplanten Stadien liegen nur einen Steinwurf voneinander entfernt: Von den sieben Spielorten liegen fünf im Umkreis von nur 25 Kilometern.

Fotos: Reuters, dpa, Albert Speer und Partner, WM-OK Katar 2022

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Insgesamt sollen die WM-Spiele der 32 Mannschaften 2022 in zwölf Stadien angepfiffen werden. Das Lusail Iconic Stadion in Al-Daayen ist eines von neun geplanten Neubauten, das die Regierung finanzieren und dem Olympischen Komittee Katars übereignen wird.

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Hier wird das Herz der WM schlagen: Denn die Arena ist sowohl als Austragungsstätte für das Eröffnungsspiel wie auch für das Finale vorgesehen. Zudem wird es Schauplatz von Gruppenspielen, einem Achtelfinale, Viertelfinale und Halbfinale sein.

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Das Lusail Iconic Stadion soll 86.250 Plätze bieten. Die geplanten Baukosten liegen bei 662 Millionen Dollar. Insgesamt werden die Araber rund drei Milliarden Dollar in die Stadien investieren.

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Das Stadion Al Khor in Al Khor mit einer geplanten Kapazität von 45.330 Plätzen, in dem zukünftig auch der gleichnamige Erstligist spielen soll, ist ebenfalls ein Neubau der Regierung, der in den Besitz des Olympischen Komittes Katars übergehen soll. Hier sollen Gruppenspiele und ein Achtelfinale stattfinden. Die Baukosten sind mit 251 Millionen Euro angesetzt.

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Bereits heute vorhanden ist dagegen das Stadion Al Rayyan in Al Rayyan. Es gehört bereits dem Olympischen Komittee Katars und verfügt derzeit über 21.282 Plätze.

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Bis 2021 soll es aber auf Regierungskosten für 135 Millionen umgebaut werden und dann 44.740 Zuschauern Platz bieten.

  • ali
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3 Kommentare zu "Korruptionsverdacht: Katar droht die WM 2022 zu verlieren"

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  • Seit wann ist Dr. Zwanziger wieder DFB-Präsident? Habe ich die neusten Nachrichten verpasst? Oder wurden - liebes Handelsblatt - wie schon so oft, gedankenlos und ungeprüft Nachrichten von der Agentur übernommen?

  • Die FIFA wird NIEMALS Katar die WM entziehen. Das wäre viel zu logisch, zu nachvollziehbar, zu menschlich, zu.....

  • Die Krönung soll die WM 2014 werden? ich hab´s mir vor Ort schon angeschaut...; viel Spaß. Ich bleib da im Pool.

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