Kreditkonditionen unklar: Bayern und Dortmund streiten wie die Kesselflicker

Kreditkonditionen unklar
Bayern und Dortmund streiten wie die Kesselflicker

Lieh Bayern München dem Konkurrenten Dortmund einst Geld zinsfrei, zu fünf oder zu acht Prozent? Münchens künftiger Präsident Karl Hopfner bezichtigt BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke offen der Lüge.
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MünchenVor dem Klassiker Borussia Dortmund gegen Bayern München am Wochenende und mitten in der erhitzten Stimmung des Champions League-Viertelfinals kommt es zum offenen Schlagabtausch zwischen den Funktionärsspitzen der Vereine.

Der künftige FC-Bayern-Präsident Karl Hopfner hat den Dortmunder Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke offen als Lügner bezeichnet. Watzke hatte am Dienstag in einem Interview mit der Münchner „tz“ behauptet, die Bayern hätten Dortmund 2004 zwei Millionen Euro geliehen und dafür acht Prozent Zinsen verlangt. 2012 hatte Watzke allerdings noch von einer Verzinsung von fünf Prozent gesprochen.

„Was Herr Watzke da behauptet hat, ist die absolute Unwahrheit“, sagte Hopfner der „Sport Bild“. Weder habe der Rekordmeister den kolportierten Zinssatz erhalten, noch habe sich Watzke wie behauptet um die Rückzahlung kümmern müssen.

Im Rückblick auf das Darlehen der Bayern hatte Watzke mit Verweis auf die angebliche Verzinsung gemeint: „Mutter Teresa war da also nicht im Spiel.“ Diese Wortwahl kritisierte Hopfner scharf: „Wenn Herr Watzke über Uli Hoeneß als keine ,Mutter Teresa' spricht, finde ich das äußerst diskreditierend. Ich muss sogar sagen: Das ist beschämend.“

Hopfner, beim FC Bayern früher Finanzvorstand, sagte außerdem, dass ihm der damalige BVB-Geschäftsführer Michael Meier zugesichert habe, dass das Darlehen „absolut zinsfrei" gewesen sei. In der Folge sei es dennoch zu Rückzahlungsschwierigkeiten beim BVB gekommen. Anfang November, etwa zwei Monate nach der Überweisung aus München, hatte der BVB erst 1,5 Millionen zurückgezahlt.

Meier sei dann erneut auf die Bayern zugekommen und habe für einen Restbetrag in Höhe von 494.000 Euro Zinsen in Höhe von fünf Prozent vorgeschlagen. „Das haben wir akzeptiert“, so Hopfner. Der dann noch offene Betrag sei jedoch bei dem Transfer von Torsten Frings verrechnet worden. Der Mittelfeldspieler wechselte 2004 von Dortmund nach München.

Den Deal hatte der Dortmunder Geschäftsführer Watzke allerdings schon vor zwei Jahren kritisiert: „Ich hätte so etwas nicht gemacht. Du kannst unmöglich Geld von einem Wettbewerber nehmen. Aber offenbar gab es keine andere Möglichkeit mehr“, sagte er damals und schob jetzt nach. „Es war eine der größten Sünden meines Vorgängers, Geld von einem anderen Klub zu nehmen. Ich würde eher in der Fußgängerzone betteln gehen, als das zu machen.“

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  • Unabhängig von dem im Raum stehenden Darlehen möchte ich als BVB-Fan (!) einmal darauf hinweisen, dass es mittlerweile gehörig nervt, wenn sich die Herren Watzke und Rauball dauernd als große Retter aufspielen und dabei so tun, als hätten sie noch Geld mitgebracht.

    Meines Wissens sind die "Retter" auch in schlimmsten Zeiten recht üppig entlohnt worden!

    Außerdem ist die Behauptung, wonach das Sanierungskonzept von Watzke herrühre, unzutreffend. Dieses stammt nämliich von Rölfs Partner (daher auch der jetzige Geschäftsführer Treß) unter der Ägide von Meier und Niebaum, die ich hier in keinster Weise in Schutz nehmen möchte.

    Wenn man unbedingt jemanden als "Retter des BVB" bezeichnen möchte, so sind dies die Molsiris-Eigner, die damals einer Stundung ihrer Forderungen zugestimmt haben!

    Aber das soll mal einer den "Brainiacs" auf der Südtribüne klarmachen, die Watzke und Rauball mit Lob überschütten...

  • Kleine Ergänzung:

    Nicht nur die Bayern haben ein hohes Interesse, ein sehr konkretes wirtschaftliches Interesse daran, der Marken-Attraktivität der Dortmunder zu schaden, sondern noch in höherem Maß auch jeder Sponsor und Werbepartner der Bayern: Adidas, Telekom, Audi, VW, Allianz usw. Und zwar nicht nur, weil ihre Werbewirkung (Aufmerksamkeit, Sympathie usw) leidet, wenn nicht Bayern sondern Dortmund im Fokus steht.
    Auch wenn die Werbepartner der Dortmunder mit ihren Marketing-Strategien erfolgreich sind, also die Konkurrenz als Parnter der Dortmunder Erfolg hat, schadet es z.B. VW, Audi, der Allianz (Opel ist Sponsor von Dortmund, Iduna-Versicherung ist Sponsor von Dortmund usw.).

    Kein Wunder also, dass die Sponsoren und "Partner" der Bayern, allesamt im Aufsichtsrat und meist an der AG mit Anteilen beteiligt, so lange am nachweislichen Verbrecher Hoeneß festhielten. Kein Wunder also, wenn sich Winterkorn und Konsorten direkt an den "Marken-Zerstörungs-Kampagnen" der Bayern gegen Dortmund beteiligen und sie im Aufsichtsrat unterstützen oder gar beauftragen.

    Das alles ist ein Wirtschaftskrieg. Und der sog. Sport-Journalismus mit seinen billig inszenierten "Shows" wie Aktuelles Sportstudio sollte endlich im Sinne des Journalismus aufklären, die Dinge unter diesen Gesichtspunkten analysieren und bewerten.

    Und mein nächstes Auto ist dann ein Opel... ;-)

  • der 1. Kommentar trifft den Nagel absolut auf den Punkt.
    Noch eine Bemerkung zum Titel des Beitrages. Könnten Sie vielleicht einmal begründen, warum Sie auch die Worte von Herrn Watzke in die Rubrik "Kesselflicker" einordnen??!!

    Wieder so ein fragwürdiger Verallgemeinerungsbeitrag. Hässlich!

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