Kritik am Rekordmeister: „Bei den Bayern schlägt Kommerz die Ethik“

Kritik am Rekordmeister
„Bei den Bayern schlägt Kommerz die Ethik“

Bayern München erntet noch mehr Kritik für seine Testspielreise nach Saudi-Arabien. Ex-DFB-Präsident Theo Zwanziger findet klare Worte. Auch Politiker sind mit der Reise nicht einverstanden.
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MünchenDer frühere DFB-Präsident Theo Zwanziger hat den FC Bayern München für seine Testspielreise nach Saudi-Arabien harsch angegriffen. „Ich weiß schon länger, dass bei den Bayern Kommerz Ethik schlägt und sich im Zweifel auf die Seite des Geldbeutels gestellt wird“, sagte Zwanziger der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Mittwoch).

Das Verhalten bewertete der ehemalige Chef des Deutschen Fußball-Bundes als „schade“, aber nicht überraschend. Die Münchner hatten am Samstag auf ihrer Rückreise aus dem Trainingslager in Katar ein Testspiel gegen Al-Hilal in Riad mit 4:1 gewonnen.

Dem islamischen Königreich werden zahlreiche Menschenrechtsverstöße und die Diskriminierung von Frauen vorgeworfen. Daraufhin hatten bereits mehrere Spitzenpolitiker den deutschen Fußball-Rekordchampion kritisiert.

Die Reise des FC Bayern wurde nach Angaben eines Sprechers von einem Sponsor finanziert. Geld von den Gastgebern in Saudi-Arabien habe der Verein nicht erhalten. Nach Ansicht des sportpolitischen Sprechers der Grünen, Özcan Mutlu, habe es der Bundesliga-Tabellenführer verpasst, mit einer Absage des Testspiels ein „starkes Signal für Demokratie und Menschenrechte zu setzen“.

„Fußballer müssen ja keine Politiker sein, aber sie sollen sich der Menschenrechtslage bewusst sein und durchaus mal ein Zeichen setzen“, sagte die Vorsitzende des Sportausschusses im Bundestag, Dagmar Freitag (SPD), der „Süddeutschen Zeitung“.

Auch der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Christoph Strässer, mahnte, bei Sportveranstaltungen nicht die Augen vor der Menschenrechtslage in Saudi-Arabien zu verschließen. „Sport kann dabei nicht die Lösung sein, aber einen wichtigen Beitrag dazu leisten“, sagte Strässer der „SZ“.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Was erwarten Sie von einem Verein, dessen Führungskräfte wg. Geldgeschäften z.T vorbestraft sind (Hoeneß:Steuerhinterziehung, Rummenigge:Abgabenhinterziehung (wobei nicht klar ist, wofür er in Katar (!) die beiden 100.000 € Uhren erhalten hat.
    Geld stinkt bei einigen offensichtlich nicht.

  • @ Hendrik Müller:
    sic!

  • Sind Sportler nicht auch Botschafter unseres Landes?
    Aber der FCB versteht sich ja mittlerweile als Wirtschaftsunternehmen und die interessieren sich nicht unbedingt für Menschenrechte, da gilt es die Marke zu vertreten – mir san mir, oda?

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