KSC soll büßen
VfB-Frust nach Uefa-Cup-K.o.

Der Frust saß tief. "Das nervt. Das hätte nicht sein müssen, das ist ärgerlich", resümierte Sportdirektor Horst Heldt sichtlich angefressen den Uefa-Cup-K.o. des VfB Stuttgart gegen Titelverteidiger Zenit St. Petersburg.

dpa STUTTGART. Teamchef Markus Babbel kritisierte erneute individuelle Fehler, die die 1:2 (0:1)-Niederlage gegen den russischen Renommierclub verursacht hätten: "Die Mannschaft reißt sich das Aufgebaute immer durch Fehler ein. Die Enttäuschung ist sehr groß." Und der diesmal erfolglose Mario Gomez grantelte: "Natürlich bin ich sehr enttäuscht. Der letzte Tick hat gefehlt."

Nun wollen die Stuttgarter am Sonntag im brisanten badisch- schwäbischen Derby der Fußball-Bundesliga den Karlsruher SC für ihr Scheitern büßen lassen. "Das ist kein normales Spiel. Da wird es hart zur Sache gehen", stimmte Babbel seine Schützlinge nach dem erneuten Rückschlag auf Wiedergutmachung ein. "Wir werden alles daran setzen, die drei Punkte zu holen." Um aber nicht erneut durch Aussetzer wie zuletzt gegen Hannover, Hoffenheim und St. Petersburg einen greifbar nahen Erfolg leichtfertig zu verspielen, appellierte der Teamchef an seine Profis, sich voll auf das Derby zu konzentrieren und "trotz der Brisanz kühlen Kopf zu bewahren". Der VfB müsse gegen den Tabellenvorletzten seine "Qualität ausspielen".

Von dieser Qualität war gegen die Russen wenig zu sehen. Mehr als der 200. UEFA-Cup-Treffer des VfB durch Neuzugang Timo Gebhart (80. Minute) gelang bei Gegentoren von Igor Semschow (42.) und Viktor Faysulin (86.) nicht. Der überwiegend brav und bieder agierende Bundesligist biss sich an Zenit die Zähne aus. "Der letzte Wille und die spielerische Linie haben gefehlt", räumte Babbel ein, der seine Elf in beiden Auseinandersetzungen allerdings "insgesamt auf Augenhöhe" mit den Russen gesehen hatte. Und der Manager urteilte: "Es hat nur ein Tick gefehlt, keine unüberwindbar hohe Hürde."

Heldt hob nach dem trotz aller Beschönigungen letztendlich klaren Zwischenrunden-Aus im UEFA-Cup und der saftigen 1:5-Klatsche im DFB - Pokal gegen Bayern München aber auch hervor, dass Stuttgart nun "nur noch die Liga" habe. "Da ist alles drin. Die anderen sind nicht so weit weg; keiner kann sich richtig absetzen", wies er auf die drei Punkte Rückstand des Tabellensiebten auf einen UEFA-Pokal-Platz hin. Der einstige Klasse-Verteidiger Babbel, mit Bayern München und dem FC Liverpool zweimal UEFA-Pokal-Sieger, versprach angriffslustig: "Jetzt werden wir alles tun, um in der Bundesliga unter die ersten Fünf zu kommen, damit wir auch nächste Saison international spielen können."

Der nächste Schritt dazu soll beim KSC gelingen. Mit frischen Kräften und einer Null-Fehler-Mentalität will Babbel in der Bundesliga seine Serie von acht Spielen ohne Niederlage gegen die taumelnden Badener fortsetzen. Heldt fordert mehr Cleverness im "Hexenkessel" Wildparkstadion: "Jeder Spieler weiß, was auf ihn zukommt." Ob die enttäuschten Profis bis dahin physisch und psychisch regenerieren können, wird sich zeigen. "Wir dürfen die Köpfe nicht hängen lassen und müssen das verkraften", sagte der geknickte Roberto Hilbert. Und auch Gomez wirkte nach der Pleite konsterniert: "Aus dem Spiel kann man gar nichts mitnehmen, weil wir draußen sind."

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