Länderspiel
Schweden tritt mit einer B-Elf an

Unterschiedlicher könnten die Voraussetzungen für das Freundschaftsspiel Deutschland gegen Schweden nicht sein: Während sich Bundestrainer Joachim Löw nahezu auf den kompletten Kader und die Spielweise der WM verlässt, krempelt Schwedens Nationaltrainer Lars Lagerbäck Team und Taktik gezwungenermaßen um.

STOCKHOLM / DÜSSELDORF. Gerade einmal eine bessere B-Elf kann Lagerbäck, der in seiner Heimat alles andere als populär ist, in die Veltins-Arena schicken. Dennoch wollen die „Tre Kronor“ Wiedergutmachung für das frühe WM-Aus. „Natürlich wollen wir diesmal gewinnen. Das Aus bei der WM tat schon sehr weh“, sagte Lagerbäck, der sich in Düsseldorf mit seiner Mannschaft auf die Partie vorbereitet hat.

Vor allem die Umstellung vom traditionellen 4-4-2 auf ein 4-4-1-1- System und neue Spieler sollen die trostlose Erinnerung an die WM mit dem Ausscheiden gegen die Klinsmann-Truppe im Achtelfinale vergessen machen. Viele heimische Fans und etliche Experten hätten am liebsten auch gerne Lagerbäck schnell vergessen, dem sie das WM-Desaster anlasten. Die Stimmung in der Mannschaft mit den drei Superstars Fredrik Ljungberg (Arsenal London), Zlatan Ibrahimovic (von Juventus Turin zu Inter Mailand gewechselt) und Henrik Larsson (vom FC Barcelona nach Helsingborg heimgekehrt) galt als denkbar schlecht, und die vermeintlichen drei Trümpfe stachen nie.

Und werden auch in Gelsenkirchen nicht stechen. Larsson hat seine internationale Karriere beendet, Ljungberg fehlt wegen Verletzung und Ibrahimovic hat Lagerbäck wegen noch fehlender Spielpraxis nicht mitgenommen. Da mit Abwehrchef Olof Mellberg, seinem Kollegen Erik Edman, Stammkeeper Andreas Isaksson und Stürmer Marcus Allbäck weiteres Stammpersonal aus diversen Gründen nicht antritt, bekommt die schwedische Elf gezwungenermaßen ein neues Gesicht: Aus der WM-Startelf gegen Deutschland sind nur noch drei Spieler dabei.

In Schweden mangelt es jedoch an guten jungen Spielern, deshalb ist ein größerer Umbruch kaum möglich. Lagerbäck soll angeblich schon versucht haben, Larsson zu einem erneuten Comeback zu überreden. Der 34-Jährige lässt nach seiner Rückkehr von Barcelona nach Schweden bei Helsingborgs IF seine Karriere ausklingen. „Klar versuchen wir, die Mannschaft zu verjüngen. Aber wir wollen auch noch das eine oder andere Spiel gewinnen“, verdeutlicht Lagerbäck-Assistent Roland Andersson die Problematik, einen Generationswechsel zu vollziehen.

„Wir werden in der Abwehr stärker“, sagt Lagerbäck zum neuen System mit nur noch einer Spitze und einem hängenden Angreifer dahinter. Völlig unerwartet versuchte sich der ansonsten recht trockene und stets mürrisch blickende Schweden-Trainer mit einem Späßchen nach der Ankunft in Gelsenkirchen: „Schön, wieder in Deutschland zu sein. Auch wenn unsere Erinnerungen an das letzte Mal nicht so lustig sind.“ Das war vornehm ausgedrückt, denn die erste Halbzeit im Münchner WM-Achtelfinale gegen Deutschland wurde daheim als schlimmste Demütigung einer blaugelben Nationalelf empfunden, an die man sich erinnern konnte.

Gespannt sind die Schweden vor allem auf ihre neue Stürmerhoffnung Johan Elmander vom französischen Erstligisten Toulouse. Elmander und der bisher in diesem Jahr enttäuschende Ibrahimovic sollen ihr Land nach dem Test gegen Deutschland zur Europameisterschaft 2008 in der Schweiz und Österreich schießen. In Qualifikations-Gruppe F treffen die Schweden auf Spanien, Dänemark, Lettland, Island, Nordirland und Liechtenstein. Nur die beiden Gruppenersten qualifizieren sich für die EM.

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