Lästiges Schaulaufen gegen Moskau
HSV will sich mit Anstand verabschieden

Wenn der Hamburger SV heute (20.45 Uhr/live bei Premiere) in der Champions League gegen Zska Moskau antritt, heißt es für die Hanseaten Abschied nehmen. Die Partie gegen die Russen wird wahrscheinlich für längere Zeit das letzte Spiel des HSV in der "Königsklasse" sein. Das Aus in diesem Jahr steht bereits fest und auch in der Bundesliga haben die Norddeutschen als Tabellenvorletzter ganz andere Sorgen.

Nur der Klassenerhalt in der Bundesliga zählt noch, die Champions League stört eigentlich nur. Die Erinnerung an den Einzug in die "Königsklasse" im August und den großen Stolz darauf ist verblasst. "Es tut sehr weh, wir haben uns so viel vorgenommen", sagt Doll, "jetzt geht es nur noch um die Ehre." Statt sich wie erhofft in Europa überzeugend zurückzumelden, hat sich er Verein blamiert. Am Mittwoch hat der HSV nun sogar die "Chance" einen weiteren Negativrekord aufzustellen. Noch nie in der Geschichte der Champions League hat eine deutsche Mannschaft die Vorrunde mit null Punkten abgeschlossen.

Angesichts des wirklich letzten Aufgebots gibt es wenig Hoffnung auf Besserung. Zumal Moskau unbedingt gewinnen muss, um seine Chance auf das Achtelfinale aufrecht zu erhalten. "Wir haben die Verpflichtung uns, den Fans und der Gruppe gegenüber, uns ordentlich zu verabschieden", kündigt Doll an, "deshalb ist dieses Spiel so wichtig, niemand darf Nürnberg im Hinterkopf haben."

Jeden Tag Verdrängungsarbeit

Der 40-Jährige leistet selbst jeden Tag Verdrängungsarbeit. Die Schlagzeilen und Diskussionen um seine Person versucht er nicht an sich heranzulassen. "Das ist natürlich keine einfache Situation für mich, es hat so seinen Lauf genommen und da hat man wenig Argumente", sagt er, "wenn ich daran denke, was alles so passieren kann, dann bin ich mit meinen Gedanken nicht mehr frei und dafür ist die nächste Woche zu wichtig."

Weiterhin gibt er sich kämpferisch, betont immer noch den Glauben an seine Spieler, will weiter vorneweg marschieren. Dabei weiß er genau, dass die Treuebekenntnisse des Vorstandes nur noch bis Weihnachten gelten. Am 16. Dezember, nach dem letzten Hinrundenspiel in Aachen soll bereits eine "Elefantenrunde" tagen und über die weitere Zukunft entscheiden. Doll ist dann aufgefordert, ein Konzept zu bringen, in dem er einen Weg aus der Krise aufzeigt.

© SID

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