Lagebericht
BKA fürchtet Attentate bei 21 WM-Spielen

Das Bundeskriminalamt (BKA) warnt vor Anschlägen in Deutschland zur Fußball- Weltmeisterschaft. In einem Lagebericht nennt die Behörde mehrere Ziele. Auch Spiele der deutschen Mannschaft sind demnach gefährdet.

HB BERLIN. Bei mindestens 21 Spielen der Fußball-Weltmeisterschaft sieht das BKA einem Medienbericht zufolge eine erhöhte Anschlagsgefahr. Besonders islamistische Attentäter stellten eine Gefahr dar, berichtete das Magazin "Stern" unter Berufung auf ein vertrauliches Lagebild des BKA.

Bedroht seien wegen ihres hohen Symbolwertes vor allem das Eröffnungsspiel in München und das Finale in Berlin. Auch die Partien der USA und anderer Teilnehmer wie England, Spanien, Polen und Australien gälten wegen dem Mitwirken ihrer Regierungen am Irak-Krieg als besonders gefährdet.

Wegen des Bundeswehr-Einsatzes in Afghanistan bestehe auch für Spiele der deutschen Nationalmannschaft ein Risiko. Bisher lägen jedoch noch keine konkreten Drohungen vor. Die starken Schutzmaßnahmen in und um die Stadien könnten bewirken, dass weiche Ziele wie die Versammlungen vor den Video-Leinwänden verstärkt in den Blickpunkt von Extremisten rückten.

Besuch des iranischen Präsidenten weiter möglich

Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble erklärte indes, Deutschland können dem umstrittenen iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad einen möglichen Besuch der Fußballmeisterschaft nicht verwehren. "Wenn er kommt, dann kommt er", sagte der CDU-Politiker. Auch wenn dessen Äußerungen zum Existenzrecht Israels und im Atomstreit mit den Vereinten Nationen völlig inakzeptabel seien, gebe es keine rechtliche Handhabe, Ahmadinedschad die Einreise nach Deutschland zu verweigern. Ahmadinedschad hat international Empörung ausgelöst, weil er mehrfach den Mord an Millionen Juden durch die deutschen Nationalsozialisten geleugnet hat. Zudem hatte er Israel als einen Tumor bezeichnet, der von der Landkarte verschwinden müsse.

Als Staatsoberhaupt brauche Ahmadinedschad kein Visum, um ein Spiel der iranischen Nationalmannschaft bei der WM zu besuchen, sagte Schäuble. Sollte der Sicherheitsrat der UN oder die EU etwas anderes beschließen, werde er sich daran halten. Bis dahin gelte das deutsche Recht, nach dem der iranische Präsident Reisefreiheit zu den Spielen genieße.

Anfang April hatte Schäuble mit seiner Bemerkung, Ahmadinedschad könne zur Fußball-Weltmeisterschaft nach Deutschland kommen, heftige Kritik des Zentralrates der Juden ausgelöst. Schäuble hatte bei einer Veranstaltung des Deutschen Fußballbundes gesagt: "Er (Ahmadinedschad) kann natürlich zu den Spielen kommen. Mein Rat ist, wir sollten gute Gastgeber sein." Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) hatte Ende April erklärt, Ahmadinedschad sei in Deutschland nicht willkommen.

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