Lateinamerikanische Duell in Leipzig
Mexiko will Argentinien stoppen

Argentinien wußte bei der WM 2006 bisher zu überzeugen. Doch Mexiko will der "Albiceleste" am Samstag im Achtelfinal-Spiel ihre Grenzen aufzeigen und selbst ins Viertelfinale einziehen.

Am Samstag (21 Uhr/live im ZDF und bei Premiere) kommt es in Leipzig im WM-Achtelfinale zum großen lateinamerikanischen Duell. Mitfavorit auf den WM-Titel Argentinien trifft auf den Fifa-Weltranglistenvierten Mexiko. Für Diego Maradona stehen seine Lieblinge allerdings schon als Gewinner fest. "Wir sind unschlagbar - wir werden nach 20 Jahren wieder Weltmeister", tönte der Volksheld und Champion von 1986. Doch so sicher wie das "Dieguito" ist sich längst nicht jeder.

Albiceleste-Coach Jose Pekerman warnt aber prompt vor jeglicher Überheblichkeit. "Mexiko hat uns immer das Leben schwer gemacht. Keiner darf glauben, dass sie ein leichter Gegner sind. Sie sind immer in der Lage, Tore zu schießen", erklärte der 56-Jährige: "Jetzt geht es um alles oder nichts."

La Volpe hält Argentinien für überschätzt

Mexikos Coach Ricardo La Volpe, der 1978 als dritter Torwart mit Argentinien Weltmeister wurde, kennt die Stärken und Schwächen des Titelkandidaten bis in letzte Detail. "Ich mag die Konstellation nicht, aber nicht aus Angst oder so, sondern aus Respekt", meinte der 54-jährige La Volpe: "Wir kennen keine Mannschaft so gut wie diese, es wird keine Überraschungen und keine großen Unterschiede geben." Argentinien habe große Individualisten, würde aber durch das 6:0 gegen Serbien und Montenegro überschätzt.

Die Konzentration des zweimaligen Weltmeisters Argentinien gilt zwar dem bevorstehenden Konkurrenten, der möglicherweise seinen angeschlagenen Torjäger Jared Borgetti von Beginn an einsetzen kann. Aber Abwehrchef Roberto Ayala riskiert schon einen Blick auf die nächste Runde. "Ich weiß nicht, ob Deutschland Angst vor uns hat. Aber wenn wir unser Spiel machen, dann sollte Deutschland Angst vor uns haben", meinte der Vize-Kapitän. Mexiko sieht er zunächst als "komplizierten Gegner".

In seinem ersten Match als Nationalcoach im Februar 2003 verlor La Volpe mit 0:1 - gegen Argentinien. Nun könnte eine neuerliche Niederlage gegen sein Heimatland den Abschied vom Cheftrainerposten bedeuten. Die Kritik im Heimatland an "El Fluppe" wächst. Der einstige Torjäger Hugo Sanchez wirft ihm vor, die Mannschaft ständig umzustellen und so zu verunsichern.

Fonseca: "Wir werden kein leichtes Opfer sein

Das Viertelfinale erreichten die Mexikaner bei schon 13 Endrunden-Teilnahmen nur 1970 und 1986 jeweils im eigenen Land. "Wir werden kein leichtes Opfer sein", verspricht aber Stürmer Francisco Fonseca. Und Torwart Oswaldo Sanchez ist optimistisch: "Wir werden ganz sicher weiterkommen."

Pekerman muss auf Rechtsverteidiger Nicolas Burdisso wegen einer Bänderdehnung im Knie verzichten, für den 25-Jährigen von Inter Mailand rückt Fabrico Coloccini in die Anfangsformation. "Dieser Ausfall tut uns weh", so der Trainer. Ansonsten vertraut er wieder seinem zuletzt geschonten Angriffsduo Javier Saviola und Hernan Crespo. Carlos Alberto Tevez und Lionel Messi bilden den "zweiten Sturm". Für Jungstar Messi, der an seinem 19. Geburtstag auf eine Einwechslung hofft, ist der starke Vorrunden-Auftritt längst Geschichte: "Jetzt beginnt die wahre WM."

Nur einmal trafen beide Länder bei einer WM-Endrunde aufeinander. Beim ersten Championat 1930 in Uruguay siegte der spätere Vizeweltmeister Argentinien im Gruppenspiel mit 6:3. Besser in Erinnerung ist freilich das letzte große Aufeinandertreffen beim Konföderationen-Cup im Vorjahr in Deutschland, als die "Pekermänner" das Halbfinale erst nach Verlängerung (1:1) im Elfmeterschießen (6:5) gewannen.

© SID

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