Lazio Rom unter Verdacht der Kursmanipulation
Fußball-Skandal erreicht Mailänder Börse

In Italien hat die Staatsanwaltschaft nach Angaben aus Justizkreisen Ermittlungen wegen möglicher Marktmanipulationen bei Aktien des Fußballklubs Lazio Rom eingeleitet. Der Vorgang reiht sich in eine Serie von Skandalen im italienischen Fußball ein, der derzeit von Untersuchungen wegen möglicher Spielabsprachen in der obersten Liga des Landes erschüttert wird.

HB ROM. Dem börsennotierten Fußball-Club Lazio Rom wird Kursmanipulation vorgeworfen. Gegen Lazio-Präsident Claudio Lotito wurden am Dienstag zwei Ermittlungsverfahren eingeleitet, berichtete das italienische Fernsehen. Die Staatsanwaltschaft Mailand ermittelt gegen den Lazio-Mehrheitsaktionär wegen Kurstreiberei. In Rom wurde gegen Lotito ein Verfahren wegen Behinderung der Kontrollorgane eingeleitet. Beide Staatsanwaltschaften ermitteln auch gegen den Lazio-Aktionär Roberto Mezzaroma, der Lotitos Komplize bei den Kursmanipulationen gewesen sein soll.

Auf Anordnung der Staatsanwälte durchsuchte die Finanzpolizei am Dienstag die Privathäuser von Lotito und Mezzaroma, Lotitos Gesellschaft Lazioevents, den Clubsitz von Lazio sowie die Banken Capitalia und Unicredit. Dabei seien zahlreiche Dokumente beschlagnahmt worden.

Lotito und Lazio Rom sind auch im Visier der Staatsanwaltschaft Neapel. Gemeinsam mit dem ehemaligen Juventus Turin-Manager Luciano Moggi soll Lotito an der Manipulation von Serie A-Spielen durch Schiedsrichter-Beeinflussungen in der Saison 2004/2005 beteiligt gewesen sein. Gegen Lotito wird wegen Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung und Sportbetrugs ermittelt.

Lazio war im März 2005 nur knapp einer Insolvenz entgangen, nachdem in letzter Minute mit den Steuerbehörden ein Aufschub für Zahlungen ausgehandelt werden konnte.

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