Fußball
Lehmann glaubt an WM-Stammplatz

Einen Mangel an Selbstvertrauen kann man Nationaltorhüter Jens Lehmann nicht unterstellen. Der 35-Jährige glaubt fest daran, dass er und nicht Oliver Kahn bei der WM 2006 im deutschen Gehäuse stehen wird.

Die Torhüterdiskussion innerhalb des Nationalteams nimmt kein Ende. Nun hat sich wieder Jens Lehmann zu Wort gemeldet und vor den beiden Testspielen am Samstag (20.30 Uhr/live im ZDF) in Bratislawa gegen Gastgeber Slowakei und am 7. September in Bremen gegen Südafrika (20.30 Uhr/live in der ARD) seine Ansprüche auf den Posten des Stammkeepers unterstrichen. Der Keeper des englischen Vizemeisters Arsenal London ist fest davon überzeugt, dass er und nicht Oliver Kahn bei der WM 2006 im eigenen Land zwischen den Pfosten stehen wird.

"Die Länderspiel-Ergebnisse, die ich gebracht habe, waren bis auf das 2:3 gegen Brasilien alle in Ordnung. Ich spiele seit drei, vier Jahren konstant. Das wird sich auszahlen", begründete der 35-Jährige sein Selbstvertrauen in der Donnerstag-Ausgabe der Bild-Zeitung.

Eine Rotation wie sie von Bundestrainer Jürgen Klinsmann in der Vorbereitung praktiziert wird, schließt Lehmann bei der WM aus: "Es kann mal passieren, dass ich drei Spiele mache und dann eine Gelb-Rote Karte bekomme. Aber ich glaube fest daran, dass ich spielen werde."

"Hätte auf der ´1´ beharren können"

Ebenso glaubt Lehmann nicht an einen Kahn-Bonus in Bezug auf das Eröffnungsspiel am 9. Juni in München. "Es geht doch nicht um Bayern, es geht um Deutschland. Ich bin überzeugt, viele Leute wollen die Besten spielen sehen."

Dass Lehmann bei der Verteilung der Trikotnummern nicht die "1" zugeordnet wurde, sieht er gelassen: "Ich hätte auch auf der 1 beharren können. Dann hätte es einen Streit gegeben. Also habe ich die neun genommen", so der einstige Bundesliga-Profi, der in den beiden Testspielen gegen Slowenien und Südafrika gemäß der Rotation anstelle von Kahn im Kader steht.

Leistung nicht immer entscheidend

Dass der Torhüter in der deutschen Mannschaft nicht gesetzt ist, sorgt bei Lehmanns Mitspielern in London offenbar für Verwunderung. "Sie lachen darüber. Ich verlange auch nicht von meinem Trainer Arsene Wenger, dass er sich jede Woche für mich aus dem Fenster hängt. Es ist okay, wenn das andere machen", erklärte Lehmann in der Welt.

Im Rückblick auf die großen Turniere 1998, 2000, 2002 und 2004, wo er nur Ersatzmann war, sagte Lehmann: "1998 habe ich gesehen, dass Lothar Matthäus gespielt hat, obwohl er nicht besser war als andere. Thon war die bessere Besetzung, aber er wurde geopfert. Damals habe ich den Eindruck bekommen, dass in Deutschland nicht immer auf Leistung geschaut wird, sondern wichtig ist, was der Öffentlichkeit am besten verkauft werden kann."

Der England-Legionär ist sich jedoch sicher, dass er im nächsten Jahr nicht wieder die Bank drücken muss: "Ich werde spielen."

© SID

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