Leicester City
Ein Milliardär, Mönche und der Meistertitel

Außenseiter Leicester City ist auf gutem Weg, englischer Fußballmeister zu werden. Hinter dem phänomenalen Aufstieg des Teams steht ein thailändischer Tycoon, der sich im Stadion gerne großzügig zeigt.

BangkokVichai Srivaddhanaprabha, der thailändische Eigentümer des englischen Fußballvereins Leicester City weiß, wie man Erfolge feiert: Als seine Mannschaft vor zwei Jahren den Aufstieg in die Premier League schaffte, ließ er an die 30.000 Besucher im Stadion Freibier ausschenken – thailändisches versteht sich.

In der vergangenen Saison wiederholte er die Aktion, als sein Team knapp den Klassenerhalt schaffte. In diesem Jahr gibt es gute Chancen für eine noch größere Party: Der Verein aus den East Midlands, eigentlich ein krasser Außenseiter im Vergleich zu den Topteams aus London und Manchester, steht kurz vor dem Titelgewinn in der englischen Meisterschaft.

Das unerwartet gute Abschneiden der „Foxes“ sorgt auch in der 10.000 Kilometer entfernten Metropole Bangkok für Furore. An den vergangenen Wochenenden verwandelte Vichai die Zentrale seines Duty-Free-Konzerns King Power in eine Public-Viewing-Arena. Hunderte Anhänger sahen am vergangenen Sonntag auf einer großen Leinwand – wegen der Zeitverschiebung spätabends – den 4:0-Sieg von Leicester gegen Swansea.

Auch Vichais Sohn Aiyawatt, der stellvertretende Vereinschef, mischte sich unter die Fans. Der wundersame Aufstieg seines Teams, das es mit vergleichsweise geringem Budget an die Spitze der Liga schaffte, sei „sehr gut für den Fußball und auch für alle Sportfans“, sagte er auf der Veranstaltung. Vichai selbst verfolgt Heimspiele in der Regel im Stadion.

Nach dem Schlusspfiff lässt er sich gerne im Helikopter direkt vom Spielfeld abholen. Auch auf den Langstreckenflügen zwischen Großbritannien und Thailand reist der Unternehmer komfortabel: Ihm gehört ein mehr als 70 Millionen Dollar teurer Privatjet des Modells Gulfstream G650, mit dem er die langen Flüge zwischen Europa und Asien nonstop zurücklegen kann.

Der ungewöhnliche Investor von Leicester
Ein Thailänder in England
Er fliegt gern ein
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Und verteilt Geschenke
Wenn er Geburtstag hat
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Die Fans lieben ihn...
...wenn er Süßes spendiert...
...und feiern mit ihm im Stadion
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Diesen Luxus kann sich der Selfmade-Milliardär, der den Großteil seines Reichtums innerhalb des vergangenen Jahrzehnts anhäufte, offenbar problemlos leisten. Das Magazin „Forbes“ sieht ihn als den viertreichsten Mann Thailands und schätzt das Vermögen des 58-Jährigen auf mittlerweile 2,9 Milliarden Dollar. Noch im Jahr 2007 gehörte ihm laut der damaligen „Forbes“-Schätzung nur eine vergleichsweise bescheidene Summe von 205 Millionen Dollar.

Damals hatte der Besitzer der 1989 gegründeten Einzelhandelsfirma King Power gerade erst ein Monopol für die Verkaufsflächen am neuen Bangkoker Flughafen Suvarnabhumi erhalten. Über die exklusive Vereinbarung mit dem politisch bestens vernetzten Unternehmer gab es zunächst zwar juristische Auseinandersetzungen – Vichais Gegner hielten die Verträge für illegal. Doch der chinesisch-stämmige Unternehmer setzte sich am Ende durch.

An Thailands größtem Flughafen haben die Parfum-, Zigaretten- und Alkoholverkäufer in Vichais Duty-Free-Läden inzwischen jeden Tag rund 150.000 Passagiere als potenzielle Kunden. Für dieses Jahr rechnet das Unternehmen mit einem Umsatz von umgerechnet mehr als zwei Milliarden Euro – 25 Prozent mehr als im Vorjahr.

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Fernöstlicher Einfluss soll Leicester geholfen haben

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