Letzter Spieltag der Bundesliga
Bremen gelingt die Rettung, Stuttgart steigt ab

Während Stuttgart zum ersten Mal seit 40 Jahren absteigt, feiert Bremen den Klassenerhalt. Mit einem 1:0 gegen Frankfurt überholt Werder den Konkurrenten und ist gerettet. Das entscheidende Tor fiel kurz vor Ende.

BremenWerder Bremen bleibt in der Fußball-Bundesliga, Eintracht Frankfurt muss in die Relegation. Ein spätes Tor von Papy Djilobodji zwei Minuten vor Schluss brachte den Bremern am letzten Spieltag einen umjubelten 1:0 (0:0)-Sieg in diesem Abstiegskampf-Endspiel. Werder verbesserte sich durch den Erfolg am Samstag noch auf den 13. Tabellenplatz, die Hessen rutschten von Rang 15 auf 16.

Die Eintracht muss nun in zwei Spielen am 19. und 23. Mai gegen den Zweitliga-Dritten 1. FC Nürnberg weiter um den Ligaverbleib kämpfen. Neun Punkte in den letzten vier Saisonspielen waren für eine vorzeitige Rettung nicht genug. Immerhin blieb den noch vor vier Wochen weit abgeschlagen auf Platz 17 stehenden Frankfurtern der direkte Abstieg erspart, da der Tabellenvorletzte VfB Stuttgart sein Spiel beim VfL Wolfsburg zeitgleich 1:3 verlor.

Unterschiedlicher hätte die Anfahrt zu diesem wichtigen Spiel für beide Teams nicht sein können. Werder hatte wieder einmal die ganze Stadt hinter sich. Tausende Fans bildeten auf den letzten Metern zum Stadion ein grün-weißes Spalier. Die Eintracht dagegen kam auf ihrem Weg zum Weserstadion kaum durch. Der Mannschaftsbus wurde von Bremer Fans angefeindet und auch sogar beworfen.

Trotzdem begann die Eintracht mutig. Schon in der zweiten Minute konnte der frühere Frankfurter Torwart Felix Wiedwald einen Kopfball von Änis Ben-Hatira nur mit Mühe zur Ecke klären. In der 20. Minute lenkte er einen Schuss von Makoto Hasebe über die Latte.

Mit zunehmender Dauer merkte man jedoch: Nur Frankfurt würde ein Unentschieden reichen, Werder braucht mehr. Also taten die Bremer auch deutlich mehr für diese Partie, dominierten das Geschehen - und wurden von ihren Fans lautstark nach vorne getrieben.

Im Stadion herrschte eine fantastische Atmosphäre, selbst auf den Sitzplätzen verfolgten die Zuschauer das Spiel im Stehen. Auch die Gegentore des VfB Stuttgart wurden gefeiert. Schnell wurde dadurch klar: Direkt absteigen kann in diesem Stadion niemand mehr.

Allerdings fehlte Werder bei aller Unterstützung von der Tribüne die Gefährlichkeit im Spiel nach vorn. Die Gastgeber spielten sich trotz ihrer Dominanz kaum klare Torchancen heraus. Auch der Einsatz von Claudio Pizarro änderte daran nichts. Der 37-Jährige wurde nach Leistenproblemen noch rechtzeitig fit für dieses Endspiel und lief auch gleich von Anfang an auf. Frankfurts Torjäger Alexander Meier dagegen stand zwar zum ersten Mal nach einer fast dreimonatigen Verletzungspause wieder im Kader, saß aber nur auf der Bank.

Von dort aus sah er eine sehr konzentrierte Leistung seines Teams. Frankfurt verteidigte zwar die meiste Zeit nur, tat dies aber sehr organisiert und diszipliniert. Mit dieser Strategie hatte die SGE zuletzt auch schon gegen Borussia Dortmund gewonnen.

Werder erhöhte nach einer Stunde das Risiko und wechselte mit Anthony Ujah einen zweiten Stürmer ein. Prompt spielten sich die Bremer die bislang beste Chance des Spiels heraus. Aber Zlatko Junuzovic verzog in der 63. Minute frei vor dem Frankfurter Tor.

Der Bremer Druck wurde nun immer größer, und die Eintracht reagierte darauf mit der Bildung einer Fünfer-Abwehrkette. Mit Carlos Zambrano kam ein weiterer Verteidiger ins Spiel. Ein Schuss von Ujah (74.), eine Chance für Özkan Yildirim (81.) - mehr ließen die Frankfurter lange Zeit nicht zu. Doch dann stocherte Verteidiger Djilobodji den Ball nach einem Freistoß über die Linie. Am Ende feierte Werder diesen Sieg wie eine Meisterschaft.

Den Stuttgartern war in Wolfsburg lange Zeit die Brisanz der Lage nicht anzumerken. Nach einem leidenschaftslosen Auftritt lag das Team von Trainer Jürgen Kramny durch die Gegentreffer von Maximilian Arnold (11.) und André Schürrle (29.) hinten. Erst nach dem Freistoßtor des zukünftigen Wolfsburgers Daniel Didavi (78.) kam noch einmal kurz Hoffnung für die Schwaben auf. Der zweite Abstieg der Vereinsgeschichte war jedoch spätestens durch den Bremer Siegtreffer gegen Frankfurt und das 3:1 von Wolfsburgs Schürrle in der Nachspielzeit nicht mehr zu verhindern.

Lewandowski mit 30. Ligatreffer

Schalke 04 qualifizierte sich im letzten Spiel unter Trainer Andre Breitenreiter durch das 4:1 bei 1899 Hoffenheim für die Europa League und wurde Tabellenfünfter. Auch Mainz 05 zog als Sechster nach dem 0:0 gegen Hertha BSC direkt in die Europa League ein. Die Berliner müssen hingegen in die Europa-League-Qualifikation.
Die Bayern, die schon seit dem letzten Spieltag als Meister feststanden, feierten beim Heimspiel gegen den Tabellenletzten aus Hannover einen 3:1-Erfolg. Umjubelter Mann war Robert Lewandowski, der mit seinem Treffer zum 1:0 die 30-Tore-Marke knackte – das hatte es in der Bundesliga seit 39 Jahren nicht mehr gegeben. Der härteste Bayern-Verfolger Dortmund mühte sich beim Heimspiel gegen Köln zu einem 2:2.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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