Fußball
Leverkusen holt Skibbe als Augenthaler-Nachfolger

Michael Skibbe wird Nachfolger von Klaus Augenthaler auf der Trainerbank bei Bundesligist Bayer Leverkusen. Der Ex-DFB-Trainer unterschrieb bei den Rheinländern einen Vertrag bis 2007.

Das Rätselraten um den freien Trainer-Job bei Bayer Leverkusen hat ein Ende: Der Bundesligist hat Michael Skibbe als neuen Chefcoach vorgestellt. Der bisherige Nachwuchs-Koordinator des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) erhält bei den Rheinländern einen Vertrag bis 2007 und übernimmt damit die Nachfolge des Mitte September entlassenen Ex-Nationalspielers Klaus Augenthaler. Sein Debüt auf der Leverkusener Bank gibt Skibbe im Punktspiel am Samstag (15.30 Uhr/live bei Premiere) beim FSV Mainz 05. Interims-Trainer Rudi Völler konzentriert sich wieder auf seine Aufgaben als Leverkusener Sportchef, soll allerdings künftig engeren Kontakt zur Mannschaft halten.

"Es ist eine große Herausforderung und Chance, wieder in der Bundesliga tätig sein zu können. Die Mannschaft hat großes Potenzial und kann mit ihrer Substanz schnell wieder erfolgreich sein. Ziel muss die Rückkehr in den Europacup sein", erklärte Skibbe bei seiner Vorstellung im Blitzlicht-Gewitter vor einer Journalisten-Schar.

Ex-DFB-Duo Völler/Skibbe wieder vereint

Völler, der in den letzten drei von fünf Spielen seit Augenthalers Entlassung keinen Sieg mehr mit den Rheinländern landen konnte und auch Bayers Erstrunden-Aus im Uefa-Cup nicht verhindern konnte, ist von den Qualitäten seines "Spezis" aus vergangenen Nationalmannschafts-Tagen überzeugt: "Ich weiß, wie er denkt, und was er taktisch drauf hat. Er kann uns wieder auf in die Erfolgsspur bringen. Wichtig ist, dass wir wieder aus der Mühle und dem Dilemma herauskommen. Bayer gehört ins obere Drittel, und wir wollen bis zur Winterpause die Kurve kriegen."

Auch Skibbe, als Spieler 14-mal für Schalke 04 in der Bundesliga aktiv, setzt im Zusammenspiel mit Völler auf eingespielte Abläufe: "Wir sind befreundet und haben die gleiche Sichtweise."

Skibbe sieht sich nicht als "Notnagel"

Als "Notnagel" fühlt sich der neue "Chef" trotz der zuvor gescheiterten Bemühungen des früheren Champions-League-Finalisten seines Arbeitgebers um Matthias Sammer und Dänemarks Nationaltrainer Morten Olsen nicht. "Im Gegenteil: In einem Atemzug mit so hervorragenden Trainern genannt zu werden, ehrt mich. Ich befinde mich also in bester Gesellschaft."

Genauso will Völler ("Für Olsen wäre der Einstieg durch die WM-Qualifikationsspiele mit den Dänen eine zu große Strapaze gewesen") den neuen Coach nicht nur als "dritte Wahl" angesehen wissen: "Von Anfang an stand ich bei unserer Suche nach einem Trainer in Kontakt zu Michael, weil ich wusste, dass er zu uns passt."

DFB löst Skibbe-Vertrag auf

Den Weg zu Skibbes Engagement machte der DFB durch die Freigabe des Coaches aus dem noch bis 2006 laufenden Vertrag frei. "Wir wollten ihm keine Steine in den Weg legen, denn solch eine Chance muss man nutzen, zumal Völler und Skibbe gut zusammenpassen", erklärte DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder bei der deutschen Nationalmannschaft vor der Rückkehr vom Länderspiel in der Türkei. Leverkusens Nationalspieler Bernd Schneider begrüßte die Bayer-Entscheidung für Skibbe: "Das ist eine gute Wahl, ich kenne ihn von der Nationalmannschaft. Er ist kompetent und auch kommunikativ."

Leverkusen ist Skibbes zweite Station als Trainer in der Bundesliga. Ab der Saison 1998/99 bis Februar 2000 trug der 40-Jährige bei Borussia Dortmund die Verantwortung. Von Herbst 2000 bis Sommer 2004 fungierte der frühere Bundesliga-Spieler (14 Partien für Schalke 04) bei der deutschen Nationalelf als Assistent des damaligen DFB-Teamchefs Völler. Nach Völlers Rücktritt als Konsequenz aus dem Vorrunden-Aus bei der EM in Portugal war Skibbe beim DFB lediglich noch für die Junioren zuständig. In dieser Funktion betreute Skibbe zuletzt die U18-Talente.

© SID

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