Fußball
Leverkusen vor Schalke-Spiel unter Druck

Das Topspiel des 4. Bundesliga-Spieltages tragen Bayer Leverkusen und Schalke 04 aus. Während sich Bayer-Coach Klaus Augenthaler über eine lange Verletztenliste mokiert, hat Gäste-Star Lincoln seine Sperre abgesessen.

Nach der 14-tägigen Länderspielpause beginnt für die Vereine am Samstag (15.30 Uhr/alle sieben Spiele live bei Premiere) wieder der Ernst des Bundesliga-Lebens. Druck verspürt vor allem Bayer Leverkusens Coach Klaus Augenthaler vor dem Heimspiel gegen Schalke 04. Aber auch Giovanni Trapattoni muss mit dem VfB Stuttgart gegen Arminia Bielefeld endlich einen "Dreier" einfahren, um in den kommenden Wochen in Ruhe weiterarbeiten zu können. Nach dem Trubel um seine Gala im Nationaltrikot beim 4:2 gegen Südafrika kehrt Jungstar Lukas Podolski unterdessen mit dem 1. FC Köln am Sonntag (17.30 Uhr/live bei Premiere) bei Borussia Dortmund in den Liga-Alltag zurück.

Augenthaler verspürt nach bislang nur drei Punkten kaum Rückendeckung und ist sich seiner Situation bewusst: "Ich weiß, dass es um meinen Job geht", erklärte der Coach, dem offenbar schon Matthias Sammer als möglicher Nachfolger im Nacken sitzt. Zuletzt erhöhte Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser den Druck: "Ein Trainer ist eine temporäre Erscheinung. Das ist wie in der Wirtschaft: Schafft es der Chef nicht, den Ertrag zu steigern, muss man sich etwas überlegen."

Lincoln betritt wieder die Bühne

Außer mit den Sorgen um seinen Arbeitsplatz hat "Auge" auch noch mit Personalproblemen zu kämpfen. Zuletzt meldeten sich noch Paul Freier (Bänderzerrung im Knie) und Ahmed Mahdouni (Grippe) ab. Somit muss der Ex-Weltmeister auf insgesamt sieben Stammkräfte verzichten: "Keiner konnte ahnen, dass wir schon vor dem vierten Spieltag am Krückstock gehen."

Dagegen kann Schalkes Trainer Ralf Rangnick wieder auf den nach seiner Spuck-Attacke im Ligapokal geläuterten Mittelfeldstar Lincoln zurückgreifen. Der Brasilianer überzeugte gegen Bayer bereits in der vergangenen Saison mit insgesamt drei Treffern. "Auf Leverkusen freue ich mich besonders, das ist für mich wie ein Derby", erklärte der Standardspezialist.

Spannung herrscht auch in Stuttgart vor dem Heimspiel gegen Bielefeld. Nach den Querelen um Kapitän Zvonimir Soldo ist zwar wieder Ruhe eingekehrt, dennoch zählt gegen die Arminia nur ein Sieg. "Ich bin guter Hoffnung, dass wir die Punkte behalten", sagte "Trap", dessen Eingewöhnungszeit im "Ländle" offenbar weiter andauert: "Es ist völlig normal, dass sich eine Mannschaft erst an den neuen Trainer gewöhnen muss."

Makaay und Mintal fehlen

An Siege gewöhnt ist Meister Bayern München. Saisonübergreifend hat die Mannschaft von Trainer Felix Magath zuletzt bereits zwölf Siege in Serie eingefahren, mit einem weiteren Erfolg im 172. Derby beim 1. FC Nürnberg könnten die Bayern ihren Rekord von 1981 egalisieren. "Wir wollen die Serie ausbauen", meinte Magath.

Münchens Kapitän Oliver Kahn, in dessen Team Goalgetter Roy Makaay (Knieverletzung) ebenso passen muss wie Nürnbergs Torschützenkönig Marek Mintal (Bänderanriss), glaubt allerdings nicht an einen Selbstläufer. Denn während der Keeper die beiden Länderspiele vor dem Fernseher verfolgte, hat ein Großteil seiner Kollegen in der vergangenen Woche Kraft gelassen. "Es herrscht Alarmstufe eins. Einige werden ziemlich geschlaucht sein", meinte Kahn.

Barbarez vor Mainz-Spiel in Hochform

Mit breiter Brust jedoch kehrte Sergej Barbarez von den WM-Qualifikationsspielen mit Bosnien-Herzegowina zum HSV zurück. Mit seinen beiden Toren zu den 1:0-Erfolgen gegen Litauen und Belgien schoss er sein Team in Richtung WM und sich selbst warm für das Spiel beim FSV Mainz 05. Beim noch punkt- und torlosen Tabellenletzten wird Neuzugang Mohamed Zidan sein Debüt im Angriff feiern.

Werder Bremen reist unterdessen mit Respekt zum 1. FC Kaiserslautern. Zwar konnten die noch ungeschlagenen Hanseaten in der Vorsaison mit dem 2:1 auf dem Betzenberg am letzten Spieltag den Grundstein zur Teilnahme an der Champion League legen, doch Trainer Thomas Schaaf sieht durch den neuen FCK-Coach Michael Henke wieder einen neuen Geist in der Pfalz entstehen. "In Lautern herrscht wieder Begeisterung", meinte Schaaf, dessen Abwehr sich insbesondere auf den bislang sechsmal erfolgreichen Halil Altintop konzentrieren muss.

Abstiegskampf pur herrscht im Niederrhein-Derby zwischen Borussia Mönchengladbach und Aufsteiger MSV Duisburg. Mit insgesamt nur zwei Zählern tummeln sich beide derzeit noch im Tabellenkeller, Hoffnungen weckte in Gladbach zuletzt der Kauf des brasilianischen Stürmers Kahe, der gegen den MSV ebenso wie Krisztian Lisztes sein Debüt feiert. Zudem muss Eintracht Frankfurt beim ersatzgeschwächten Team von Hannover 96 antreten und erhofft sich trotz des Ausfalls von Stammkeeper Markus Pröll den zweiten Sieg, während Hertha BSC Berlin und der VfL Wolfsburg am Sonntag um den Anschluss ans obere Tabellendrittel kämpfen.

© SID

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