Leverkusen - Wolfsburg Bayer zerlegt zahnlose "Wölfe"

Bayer Leverkusen hat den zweiten Platz der Fußball-Bundesliga zurückerobert. Die Werkself zerlegte die zahnlosen "Wölfe" aus Wolfsburg mit 3:0 - ohne Michael Ballack, um den es allem Anschein nach großen Ärger gab.
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Keine Angst vor bösen "Wölfen": Leverkusens Torschütze Lars Bender und Domagoj Vida bejubelten einen souveränen 3:0-Sieg gegen einen erschreckend schwachen VfL Wolfsburg. Quelle: dpa

Keine Angst vor bösen "Wölfen": Leverkusens Torschütze Lars Bender und Domagoj Vida bejubelten einen souveränen 3:0-Sieg gegen einen erschreckend schwachen VfL Wolfsburg.

(Foto: dpa)

LeverkusenEigentlich hätte der Abend für Bayer-Trainer Jupp Heynckes so schön sein können: Obwohl sein Team durch Verletzungen und Krankheit arg gebeutelt war, siegte Bayer Leverkusen souverän mit 3:0 gegen den abstiegsgefährdeten VfL Wolfsburg. Doch nach dem Spiel ging es weniger um die Leistung der Kicker, die auf dem Platz standen als um die Personalie Michael Ballack.

Der DFB-Kapitän stand trotz der engen Personaldecke nicht im Kader, weil er laut offizieller Lesart ein Fitness-Training absolvieren sollte. Das erregte natürlich reichlich Nachfragen der Journalisten. Heynckes betonte immer wieder das gegenseitige Einvernehmen zwischen ihm und Ballack, aber so manchem Beobachter blieben Zweifel an dieser Version. Offenbar hatte sich Ballack allzu deutlich darüber beschwert, dass er derzeit kein Stammspieler ist.

Dass Bayer Leverkusen auch ohne ihn gut zurechtkommt, hat die Mannschaft im Heimspiel gegen VfL Wolfsburg deutlich gemacht. Zwar agierten die Gäste in der ersten Viertelstunde ordentlich, standen in der Defensive sicher und lieferten auch nach vorne den Beleg, dass sie zu Unrecht so tief im Abstiegsstrudel gefangen sind.

Doch dann setzte sich die Leverkusener Klasse blitzartig durch: Der vor allem in der ersten Hälfte glänzende Sidney Sam bediente per Hacke Lars Bender. Und der Jungspunt, der übrigens auf der Ballack-Position spielte, schloss gekonnt per Flachschuss zum 1:0 ab (21.). Drei Minuten später entschärfte der Schweizer Keeper einen Volleyschuss von Gonzalo Castro. Dem Brasilianer Renato Augusto war es dann in der 29. Minute vorbehalten, ebenfalls per Flachschuss auf 2:0 zu erhöhen. "Nach dem 0:1 war Wolfsburg nicht mehr auf dem Platz", konstatierte Bundestrainer Löw.

Nach dem 2:0 verflachte die Partie. Leverkusen verwaltete den Vorsprung geschickt. Dann gelang es der "Werkself" wieder, so einen Nadelstich zu setzen. Kießling erlief einen Pass in die Tiefe und überlupfte den herauseilen VfL-Keeper Benaglio gekonnt zum entscheidenden 3:0 (45.+1). Damit war die Partie zur Pause entschieden.

Auch in der zweiten Hälfte machte Leverkusen deutlich, warum sie sieben Punkte Vorsprung haben auf Bayern München: Bayer ist - anders als Bayern - nicht darauf aus, möglichst oft in Ballbesitz zu sein. Gegen Wolfsburg lag die Quote trotz der klaren Überlegenheit bei Torchancen lediglich bei 41 Prozent. Stattdessen steht Leverkusen sicher in der Defensive und setzt immer wieder durchdachte und schon anzuschauende Spielzüge ein.

Zielstrebige Leverkusener zerlegen zahnlose "Wölfe"
Bayer Leverkusen - VfL Wolfsburg
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Einfach besser: Leverkusen Lars Bender feiert seinen Treffer zum 1:0 gegen den VfL Wolfsburg. Die Führung der Hausherren in der 21. Minute war der erste echte Höhepunkt der Partie. Nach feinem Hackentrick von Sam kam Bender an der Strafraumgrenze zum Schuss und traf flach und hart ins lange Eck.

Für Wirbel neben dem Platz sorgten Spekulationen über Michael Ballack, der zugunsten eines Einzeltrainings und in Absprache mit Bayer-Trainer Jupp Heynckes auf einen Einsatz verzichtet haben soll: "Er sieht seinen körperlichen Zustand, deshalb sagt er, das bin ich nicht. Und das verstehe ich auch", sagte Heynckes nach dem Spiel. Gerüchte, dass der 98-malige Nationalspieler seinen Vertrag auflösen und seine Karriere möglicherweise beenden wollte, dementierte Clubsprecher Dirk Mesch.

Bayer Leverkusen - VfL Wolfsburg
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Energisch: Renato Augusto erhöhte nur acht Minuten später auf 2:0. Der Rückstand war beileibe kein gutes Zeichen für Wolfsburg - der VfL hatte in dieser Saison bisher immer verloren, wenn er mit 0:1 in Rückstand geraten war.

Bayer Leverkusen - VfL Wolfsburg
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Treffsicher: Leverkusens Stefan Kießling (li.) überwand Torwart Diego Benaglio zum 3:0. Während Leverkusen mit zielstrebig auf den zweiten Platz drängte, agierte Wolfsburg wie ein Absteiger. Die "Wölfe" präsentierten sich zahnlos und ohne Biss, in der Offensive traten sie nicht in Erscheinung.

Bayer Leverkusen - VfL Wolfsburg
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Ratlos, tatenlos, hilflos: Wolfsburg Diego wusste in der zweiten Hälfte nicht mehr weiter. Kein Akteur der Gäste konnte sich auszeichnen. Wolfsburgs Sascha Riehter fasste den Spielverlauf so zusammen: "Wir hatten gut begonnen und das Spiel eigentlich im Griff. Dann kommt Leverkusen dreimal nach vorne, dreimal schießen sie aufs Tor, und jeder Schuss war drin. Dann steht es 3:0, und dann ist es schwer, nochmal zurück zu kommen."

Bayer 04 Leverkusen - VfL Wolfsburg
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Geknickt: Wolfsburgs Trainer Pierre Littbarski konnte in der Nachfolge des glücklosen Steve McClaren den vom Volkswagen-Konzern gesponserten VfL nicht in die Erfolgsspur lenken. Nach der Pleite in Leverkusen rangieren die Niedersachsen mit nur einem Zähler Abstand zur Abstiegszone auf Platz 14.

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