Liga bricht mit Tabu
Torwart-Rotation in der Bundesliga macht Schule

Die Fußball-Bundesliga hat in der 44. Saison mit einem Tabu gebrochen und auch die Torhüter zur Rotation frei gegeben.

dpa DÜSSELDORF. „In dieser Häufung ist das in der Liga sicher einmalig“, sagte Ex-Nationalkeeper Uli Stein zum ungewöhnlichen Wechselspiel der Schlussmänner von denen am 16. Spieltag erneut ein halbes Dutzend mit Fehlgriffen ihre Teams und auch sich selbst in Bedrängnis brachten. Beim FC Schalke 04, dem Hamburger SV, dem VfL Bochum, Mainz 05 und Alemannia Aachen gab es bereits Torwartwechsel.

„Ich erhoffe mir davon ein paar Prozente mehr Erfahrung, einen Tick mehr Ruhe und etwas Glück“, begründete Aachens Chefcoach Michael Frontzeck die Herausnahme von Stammkeeper Kristian Nicht (24) und den Einsatz von Stephan Straub (35) gegen den VfL Wolfsburg (2:1). Der Erfolg heiligte dieses Mittel: Nach zuvor acht Spielen ohne Sieg gab es endlich wieder drei Punkte. „Wie der Wechsel perspektivisch einzuordnen ist, dazu kann ich nichts sagen“, meinte Straub. Frontzeck gab ihm zunächst nur eine Einsatz-Garantie für das letzte Hinrunden-Spiel gegen den HSV: „Dann sehen wir weiter.“

Besonders hart traf die Degradierung ins zweite Glied die Routiniers Frank Rost (Schalke) und Dimo Wache (Mainz). Der 33 Jahre alte Rost hatte das Gehäuse in den acht vorherigen Spielzeiten für Schalke und Werder Bremen nur wegen Verletzungen für wenige Partien verlassen müssen. In diesem Jahr verbannte ihn Coach Mirko Slomka vor dem Duell mit Bayern München und machte den 13 Jahre jüngeren Manuel Neuer zur Nummer 1. „Es ist wirklich sehr schnell gegangen, so dass mir gar keine Zeit blieb, groß darüber nachzudenken“, sagte Neuer zu seinem verblüffenden Karriere-Start: In neun Spielen holte er mit seinem Team 23 von 27 Punkten und griff nur sechs Mal hinter sich.

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