Liste der Versäumnisse sei lang
Ökonom kritisiert Mängel bei WM-Organisation

Die Volkswirte des HWWI befürchten, dass durch Mängel in der Vorbereitung der Fußball-WM Chancen für den Standort Deutschland verspielt werden.

HB BERLIN. "Das ist eine Chance, der Welt zu zeigen: Deutschland ist in der Lage, ein Event wie die WM reibungslos zu organisieren", sagte der Experte für Sportökonomie am Hamburgischen Welt-Wirtschafts-Institut, Henning Vöpel. Damit könne sich Deutschland als Standort empfehlen. "Diese Chance wird derzeit verspielt." Die Begeisterung der Fans allein werde nicht ausreichen, um Fehler in der offiziellen Vorbereitung auszugleichen. "Ein solches Event wie die WM darf nicht nur passiv verwaltet, sondern muss vielmehr aktiv gestaltet werden."

Die langfristigen Image-Effekte wiegen dem Volkswirt zufolge wirtschaftlich auch schwerer als die kurzfristigen Effekte wie zusätzlicher Konsum oder temporäre Beschäftigung. Einen Wachstumsschub von einem halben Prozentpunkt - wie in einigen Studien unterstellt - werde es durch die WM wohl kaum geben, erklärte Vöpel. "Das scheint uns maßlos übertrieben."

Der Ökonom kritisierte besonders die Art der Ticketvergabe: Statt die Fans in den Mittelpunkt zu stellen, seien fast zwei Drittel der Tickets an Sponsoren vergeben worden. Zudem seien die restlichen Tickets mehr oder weniger zufällig verlost worden. "Mit einer eilig angekündigten Online-Tauschbörse soll nun der Schaden notdürftig behoben werden", erklärte Vöpel. Die Liste der Versäumnisse sei aber länger: "Verstöße gegen den Verbraucher- und Datenschutz, Lücken im Sicherheitskonzept, bauliche Mängel an den WM-Stadien und nicht zuletzt die kurzfristige Absage der Eröffnungsveranstaltung durch die Fifa", zählte Vöpel auf. Auch die Diskussionen um Nationaltrainer Jürgen Klinsmann trügen nicht zu einem positiven Bild bei.

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