Lizenzentzug für RB Leipzig?
„Investoren machen den Fußball professioneller“

Martin Kind, Chef des Fußballvereins Hannover 96, schlägt sich auf die Seite der roten Bullen. Lange drohte der DFL-Lizenzausschuss, dem Zweitliga-Aufsteiger die Lizenz zu verweigern – wegen seiner Nähe zu Red Bull.
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RB Leipzig hat nach einem langen Lizenzstreit die Spielberechtigung für die 2. Bundesliga erhalten. Martin Kind, Präsident von Hannover 96, spricht sich gegen eine Verweigerung der Lizenz aus. Die Verbandsregeln seien nicht mehr zeitgemäß, sagt Kind im Interview – und bricht eine Lanze für Investoren im Fußball. Hauptsponsor von RB Leipzig ist der Getränke- und Marketingkonzern Red Bull. Bei dem Streit zwischen der DFL und Leipzig geht es insbesondere um die sogenannte 50+1-Regel. Damit will die Liga verhindern, dass Unternehmen Fußballvereine vollständig übernehmen und wirtschaftliche Belange über sportliche gestellt werden.

Handelsblatt: Herr Kind, die Deutsche Fußball Liga (DFL) argumentiert derzeit zunehmend mit dem „Geist der 50+1-Regel“, wenn es um die strittige Leipziger Lizenz geht. Was ist dieser „Geist“?
Es sollte um Rechtsfragen gehen, nicht um einen Geist. Sachlich ist 50+1 eine verbandsrechtliche Regelung, die sich auf wirtschaftlich ausgegliederte Unternehmen im Fußball bezieht. Bei einem eingetragenen Verein wie Leipzig gilt 50+1 nicht. Man sollte da unterscheiden.

Droht mit dieser Argumentation der DFL ein Eigentor?
Das Wort Geist ist schon mutig. Der Verband hat das Problem der 50+1 Regel nicht umfassend bedacht. In Leipzig hat man sinnvolle Lösungsansätze gesehen. Das Vereinsgericht in Leipzig hat die Satzung anerkannt, das ist ein zu respektierendes Faktum. Und der Markt hat diesen Verein angenommen. Die Emotionen der Leipziger Fans sind unabhängig von der Struktur vorhanden, zuletzt hatte man über 40.000 Zuschauer pro Spiel. Auch das sollte respektiert werden. Der Verein ist für den ostdeutschen Fußball wichtig – und die Bundesliga braucht ostdeutsche Vereine.

Wäre der Lizenzierungsausschuss der DFL gut beraten, die Leipziger Spielberechtigung an den offenbar strittigen Fragen Logo, Vereinsbeiträge, Besetzung der Vereinsgremien scheitern zu lassen?
Nein, der Lizenzausschuss sollte lösungsorientiert entscheiden. Die Ablehnung der Lizenz könnte zu Rechtsstreiten und damit möglichen Schadensersatzansprüchen führen. Das Risiko hätten die Gesellschafter zu tragen. Ob die Bereitschaft besteht, kann ich abschließend nicht beurteilen.

Betroffen wären also alle 36 Vereine der ersten und zweiten Liga. Sind Sie gefragt worden? Gab es einen Austausch mit den gewählten fünf Mitgliedern des Lizenzierungsausschusses?
Nein. Ich gehe aber davon aus, dass man einen Kompromiss erarbeitet.

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„50+1 gilt in Leipzig nicht“

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„Die Ausnahmen dauern zu lange“

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  • es ging mir ja darum dass ich in drastischen Fall eben drauf verzichte... Die von Ihnen genannten Beispiele zeigen doch die Besonderheiten die wir im Fußball so lieben, ist es noch was Besonderes wenn das kleine Hoffenheim mit Millionen zugeschüttet wird? Ich wünsche den Leipzigern ja auch erstklassigen Fußball, aber nicht zu diesem Preis! RB hat schon in Salzburg einen Traditionsverein zerstört, die Anhänger des alten SV Austria wurden nicht beachtet, die Farben+Name des Vereins geändert ZACK reingekauft. RB wollte das auch in Leipzig...zum Glück wehrten sich die Anhänger bei LOK und Chemie die Ihre Farben lieben und tollen Fußball nicht zu diesem Preis des totalen Konsums aufgeben wollten!

  • "Da verzichte ich lieber auf die ohnehin schon wahnsinnigen Fußballergehälter und kuck mir nen Grottenkick an..."

    Grottenkick? Muss doch garnicht sein! Wird denn in Freiburg, Mainz, Augsburg usw. so ein schlechter Fussball gespielt? Und Stimmung in den Stadien dieser Vereine auch großartig...

    Oder Beispiel Paderborn: ostwestfälische Provinz, zweit-kleinster Etat in der 2.Liga - und: sie steigen auf in die 1.Bundesliga!

    Kein glücklicher Zufall, die letzten drei Jahre standen die Paderborner immer im oberen Drittel (und mussten gute Trainer und Spieler ziehen lassen), sondern tolle Arbeit und toller Fussball-Sport.

    Schön, dass es immer wieder solche Beispiel gibt. Schön, dass Leistung und Kompetenz entscheidend bleiben. Schön, dass auch Vereine aus kleinen oder mittelgroßen Städten sich ohne riesige Etats immer wieder mal sportlich qualifizieren können. Denn gerade in solchen Vereinen werden gute Fussballer gezüchtet, wird tolle Jugendarbeit geleistet usw.

  • "die Zuschauerzahlen in Leipzig sprechen für RedBull und gegen die DFL."

    Die Zuschauerzahlen sprechen für mich eher für Profifußball. RedBull allerdings spricht den Leipzigern die Kompetenz ab wenn es um Profifußball geht. International wird gerade die Rolle rückwärts versucht und wir versuchen jetzt das Gegenteil?
    Ich bin ehrlich dafür über 2 Ligen nachzudenken, eine für Traditionalisten und eine für Werksvereine. Vielleicht brauchen wir auch ein Franchising. Dann wäre Leipzig als Standort wohl sicher in der ersten und zweiten Bundesliga.

    Die durch Investoren geführten Vereine funktionieren nur wenn es es genug kleine zum Fressen gibt. Wie bei Manchester City, PSG, Monaco ... steigt aller Jahre mal wieder ein Potenter Geldgeber ein und entscheidet so die Meisterschaft. Der feuchte Traum eines Investors ist dann wichtiger als der Tausender Anhänger. Warum sollten wir überhaupt Abseits des Platzes aufhören, ich bin dafür wer einen Investor hat darf auch mal 12 Spieler aufstellen oder den eigenen Schiedsrichter mitbringen.

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