Lizenztheater
Die Bullen aus Leipzig rennen ins Abseits

Der Drittliga-Aufsteiger RB Leipzig hat weiter Probleme mit der Lizenz für die zweite Bundesliga. Die DFL verlangt gravierende Änderungen beim Auftritt und in der Vereinsstruktur. Die Eigentümer der Bullen wehren sich.
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Düsseldorf/LeipzigKurz nach dem sportlichen Aufstieg in die 2. Fußball-Bundesliga droht RB Leipzig der Lizenzentzug – und damit das Desaster. Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hat die Beschwerde der Leipziger gegen die Auflagen abgelehnt. Und das, obwohl der ambitionierte Verein vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) Mitte April die Drittliga-Lizenz ohne Probleme bekam.

Das Problem: Die DFL stelle harte Bedingungen für eine Zweitliga-Lizenz, berichtet das Fußballportal „11 Freunde“. So soll der Verein sein Logo ändern und die Mitgliedsbeiträge senken. Im Logo geht es insbesondere um den Einfluss des Sponsors, des Getränkekonzerns Red Bull aus Österreich. Dessen Erkennbarkeit soll verringert oder ganz beseitigt werden.

Zudem müsse die Besetzung des Führungsgremiums im Verein geändert werden. Die Struktur im RB Leipzig widersprechen nach Ansicht der DFL gegenwärtig dem zentralen Grundgedanken der 50+1-Regelung im deutschen Fußball, so die „11 Freunde“. Dabei geht es um die Idee, dass der Einfluss von Dritten auf sportliche Entscheidungen eines Klubs unterbunden werden soll.

Der Chef des Sponsors Red Bull, Dietrich Mateschitz, wehrt sich dagegen und sieht eine Ungleichbehandlung, die er nicht verstehen könne. „Vielleicht will man ganz einfach nicht, dass wir mit Leipzig an der Bundesliga teilnehmen. Jetzt, wo alles sportlich funktioniert, droht das Aus“, reagierte der Österreicher in der Leipziger Volkszeitung.

Nach den Angaben des Milliardärs Mateschitz verlangt die DFL schriftlich, „dass wir auf jedwedes Mitspracherecht im Verein verzichten.“ Dies lehnt der Unternehmer ab. Es käme „einem unsittlichen Antrag nahe. Ich glaube nicht, dass wir auf diese Art und Weise mit Sebastian Vettel viermal F1-Weltmeister geworden wären“, betonte Mateschitz.

Die DFL erklärte am Donnerstag über einen Sprecher nur: „Von uns aus wird erst wieder etwas am 28. Mai kommuniziert, wenn der Lizenzierungsausschuss abschließend tagt.“ In dem Streit, der zunehmend stärker öffentlich ausgetragen wird, geht es mehr als um Mitgliedsbeiträge oder das Design eines Logos.

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