Lob von Hitzfeld, Kritik von „Riegel-Rudi“
Hitzfeld: „Klinsmann ist der Richtige“

Hitzfeld ermutigt Klinsmann: Weiter konsequent und mutig sein. Der ehemalige Nationaltrainer Rudi Gutendorf kritisiert: „Klinsmann noch kein richtiger Trainer“.

HB FRANKFURT/MAIN. Ottmar Hitzfeld hat Bundestrainer Jürgen Klinsmann dazu ermuntert, seinen Reformkurs fortzusetzen. "Ich kann ihm nur empfehlen, seinen Weg konsequent weiter zu gehen, Mut zu zeigen und nicht zu viele deutsche Zeitungen zu lesen", schrieb der Trainer in einer Kolumne für das Fachmagazin "Kicker". Klinsmann sei "genau der richtige - um im Vorfeld der Weltmeisterschaft 2006 überall Euphorie zu entfachen". Den 4:3-Auftaktsieg beim Confederations Cup gegen Australien wertete Hitzfeld positiv: Es sei "ein Indiz für die Fortschritte der deutschen Mannschaft. Sie spielt viel druck- und schwungvoller nach vorn als bei der EURO 2004. Zumindest offensiv setzt sie um, was Jürgen Klinsmann fordert." Kritik übte der ehemalige Coach von Bayern München und Borussia Dortmund aber an der Defensive. Der Spielverlauf hätte "mir als Trainer Bauchschmerzen bereitet".

In der Wohnsitz-Diskussion um Klinsmann brach Hitzfeld eine Lanze für seinen Kollegen. Schließlich habe schon Otto Rehhagel gezeigt, dass dies funktionieren kann. "Wer jetzt von ihm (Klinsmann) fordert, seinen Wohnort nach Deutschland zu verlegen, dem rufe ich in Erinnerung, was voriges Jahr in Portugal geschah: Griechenland wurde mit einem Trainer Europameister, der in Deutschland lebt", schrieb Hitzfeld.

Herbe Kritik an Bundestrainer Jürgen Klinsmann und am taktischen Verhalten der deutschen Fußball- Nationalmannschaft aüßerte hingegen Rudi Gutendorf nach dem 4:3-Sieg über Australien. "Die Abwehr ist nicht schuld, sondern der ungezügelte Vorwärtsdrang der Jugend. Da ist das taktische Gehirn des Trainers gefragt", sagte der 78 Jahre alte ehemalige Nationalcoach der "Aussies" nach dem deutschen Auftakt-Erfolg beim Confederations Cup am Donnerstag. "Einfach die Zügel loslassen auf Kosten des Abwehrblocks ist taktisch infantil. Man merkt, dass Klinsmann noch kein richtiger Trainer, sondern noch zu sehr Spieler ist", meinte Gutendorf, der vor schwereren Aufgaben warnt: "Wir können gegen starke Mannschaften gar nicht so viele Tore schießen, wie wir hinten reinbekommen." Für das Publikum und auch ihn hätte die Partie wegen der vielen Tore freilich einen "großen Unterhaltungswert" gehabt, meinte Gutendorf weiter. Er hatte sich einst als Coach den Beinamen "Riegel-Rudi" verdient, weil er stets großen Wert auf die Absicherung der Defensive legte.

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