Löw-Elf muss um Viertelfinale zittern
Kroatien schockt schwaches DFB-Team

Nach einem erschreckenden Rückfall in schlimmste Zeiten droht der deutschen Nationalmannschaft bei ihrer „Bergtour“ der vorzeitige Absturz. Drei einfache Kniffe reichten Kroatien, die deutschen Laptop-Fußballer im zweiten Vorrundenspiel bei der Euro 2008 in die Niederlage zu treiben. Das enttäuschende Löw-Team verlor drei Punkte – ein DFB-Akteur aber auch noch die Nerven.

mhe/HB KLAGENFURT. Statt den schon eingeschlagenen Weg zum europäischen Fußball-Gipfel kraftvoll weiterzugehen, machte die träge Auswahl von Bundestrainer Joachim Löw beim 1:2 (0:1) gegen Kroatien sogar einen deutlichen Rückschritt. „Wir haben vielleicht gedacht, wir hätten schon etwas erreicht“, sagte Michael Ballack, der sein 50. Länderspiel als Kapitän bestritt, selbstkritisch.

Nach den Gegentoren durch Darijo Srna (24.) und Ivica Olic (62. ) vom Hamburger SV, der einem Schnitzer von Torhüter Jens Lehmann ausnutzte, und dem späten Anschlusstreffer von Lukas Podolski (79.) muss die deutsche Auswahl nun um den Einzug ins Viertelfinale zittern. Das entscheidende dritte Spiel in der Gruppe B findet am kommenden Montag (20.45 Uhr/live in der ARD) in Wien gegen Gastgeber Österreich statt. Die deutschen Elite-Kicker reicht zwar ein Unentschieden zum Einzug als Gruppenzweiter ins Viertelfinale, wo man dann auf Portugal treffen würde. Doch auch Österreich kann nach einem 1:1 (0:1) gegen Polen am Donnerstagabend mit einem Sieg gegen das DFB-Team noch in die nächste Runde einziehen.

Ein zweites „Cordoba“ gegen Österreich hält Bundestrainer Löw aber für nicht wahrscheinlich. „Die Mannschaft hat schon häufiger Charakter bewiesen, auch nach Rückschlägen, das wird sie auch im nächsten Spiel tun“, versicherte Löw. Fehlen wird allerdings Bastian Schweinsteiger, der in der Nachspielzeit (90.+1) wegen einer Tätlichkeit gegen Jerko Leko vom Platz gestellt wurde. Zunächst einmal war auch Löw enttäuscht, „weil wir nicht die Mannschaft gesehen haben, die wir normalerweise kennen. Aber alle Spieler sind unter ihren Möglichkeiten geblieben. Die Niederlage geht in Ordnung“, sagte er.

Es passte von Beginn an nicht. „Auswärtssieg“, skandierten die angereisten Fans der deutschen Nationalmannschaft, womit wenigstens sie Geistesgegenwärtigkeit bewiesen. Zwar waren sie den Fans der Kroaten zahlenmäßig ebenbürtig, nicht aber, was Liedgesang und Lärm betraf. Das Spiel auf den Rängen war bereits nach einer Minute verloren. Und wie auf den Sitzen, so auch unten auf dem Rasen.

Die deutsche Elf, nach dem 2:0-Sieg im Auftaktspiel gegen Polen im Kreis der Mitfavoriten bestätigt, flog am Donnerstagabend aus selbigem wieder raus. Gegen die cleveren und konzentrierten Kroaten schien sie vier Tage nach dem Auftakterfolg das Fußballspielen verlernt zu haben. Von der eigenen Spielphilosophie war nichts zu sehen, statt dessen ließen sich die Deutschen das Spiel der Kroaten aufzwingen. „Wir waren in allen Bereichen ein paar Prozent schlechter als gegen Polen“, stellte Kapitän Ballack fest.

Seite 1:

Kroatien schockt schwaches DFB-Team

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%