Löw ist Chef und Flick sein „Zuarbeiter“
Neues Duo, traditionelle Rollen

dpa RICCIONE. Jürgen Klinsmann war ein WM-Projektleiter, in Joachim Löw hat die deutsche Fußball-Nationalmannschaft dagegen wieder einen klassischen Bundestrainer.

Der 46-Jährige hat zwar auch ein klares Ziel mit der Europameisterschaft 2008 vor Augen, aber er füllt den Job wieder rundum als Chefcoach aus, gibt auf und neben dem Platz bei allen Themen und Entscheidungen die Linie und Richtung vor.

Löw baut dabei auf das auf, was der Reformer Klinsmann in seiner kurzen Amtszeit beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) erkämpft hat, wie die US-Fitnesstrainer, einen Chefscout oder den Sport-Psychologen. Vor allem aber kann er nach dem dritten WM-Platz auf eine intakte Mannschaft zählen, die mit Anfangserfolgen seine Position stärkt.

Am sichtbarsten wird der Zeitenwechsel beim Blick auf das Zusammenwirken des Bundestrainers mit seinem neuen Assistenten Hans-Dieter Flick. Während Trainer-Novize Klinsmann dem erfahrenen Löw auf dem Trainingsplatz das Kommando überließ, agierte Ex-Profi Flick in der Vorbreitung auf die Spiele gegen Irland und San Marino wieder wie ein klassischer Assistent. Löw ist auf dem Platz weiterhin der Vorarbeiter. „Ich werde weiter sehr stark involviert sein“, sagte Löw, der auch öffentlich praktisch das alleinige Sprachrohr ist. „Ich bin Zuarbeiter von Joachim Löw. Er ist der Chef“, äußerte der neue „Assi“ Flick selbst über die Rollenverteilung im Trainerteam.

Nachdem einzig und allein Oliver Kahn nach der WM zurücktrat, bestand für Löw in den ersten Wochen seiner Amtszeit noch kaum Handlungsbedarf auf personeller Ebene. Nur die Verletzungsmisere in der Abwehr zwang ihn in den ersten Länderspielen zum Handeln und eröffnete dem Mainzer Manuel Friedrich den Sprung ins Team.

Spieler wie die Schalker Kevin Kuranyi und Fabian Ernst oder der Bremer Patrick Owomoyela, die nach ihrer WM-Ausbootung wieder in die Nationalmannschaft zurück wollen, müssen sich dagegen gedulden. „Wenn die Leistung in der Bundesliga stimmt, besteht für sie durchaus die Möglichkeit, wieder dazuzustoßen“, sagte Löw zwar: „Aber diejenigen, die bei der WM dabei waren, genießen einen Vertrauensvorschuss.“

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