Löw verteidigt Neid Fronten zwischen DFB und Liga verhärtet

Die Fronten zwischen dem DFB und der Bundesliga sind nach dem unbefriedigenden WM-Abschneiden der Fußball-Frauen und der gegenseitigen Kritik verhärtet. Nun müssen alle Beteiligten schnell an einen Tisch finden.
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Silvia Neid (rechts) mit ihren Spielerinnen: Die Frauen-Nationalmannschaft sorgt für einen handfesten Streit zwischen der Liga und dem DFB. Quelle: dpa
In der Kritik

Silvia Neid (rechts) mit ihren Spielerinnen: Die Frauen-Nationalmannschaft sorgt für einen handfesten Streit zwischen der Liga und dem DFB.

(Foto: dpa)

FrankfurtJetzt hat sich sogar Weltmeister-Trainer Joachim Löw in die öffentlich entbrannte Debatte um das unbefriedigende WM-Abschneiden der deutschen Fußball-Frauen eingeschaltet. Schon vor der Ankunft des DFB-Teams in der Heimat am frühen Montagnachmittag sprang der Bundestrainer seiner in die Kritik geratenen Kollegin Silvia Neid bei.

„Was in der Öffentlichkeit vom einen oder anderen Trainerkollegen gesagt wurde, ist einfach mieser Stil - vor allem die Art und Weise. Kritik unter Kollegen sollte man direkt mit den beteiligten Trainern besprechen. So haben wir es beim DFB immer gehalten“, polterte Löw in der „Bild“-Zeitung (Montag).

Neid hatte dies ähnlich empfunden und nach der ernüchternden 0:1-Niederlage gegen England im Spiel um Platz drei zurückgekeilt. Ihren Vorwurf, die Spielerinnen seien „in einem katastrophalen Zustand“ zur WM gekommen, ließen die Bundesligavertreter nicht auf sich sitzen.

Das sind die besten Bundesligaspieler
Tor: Ralf Fährmann (Schalke 04)
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Der beste Torwart der Liga kommt aus Gelsenkirchen: Auf Ralf Fährmann war in der turbulenten Saison des Tabellensechsten stets Verlass. Daraus folgt ein Notendurchschnitt von 2,54.

Jedes Jahr stellt der Kicker die „Elf des Jahres“ zusammen. Dabei kommt es auf die Durchschnittsnote der Spieler aus der Saison 2014/2015 an.

Quelle: kicker.de

Roman Bürki (SC Freiburg)
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Auf den darauffolgenden Plätzen befinden sich Freiburgs Torhüter Roman Bürki mit einem Notendurchschnitt von 2,72 (spielt ab der Saison 15/16 beim BVB), Bernd Leno von Leverkusen (2,76), Eintracht Frankfurts Kevin Trapp (2,8) und dann erst der Münchner Manuel Neuer mit einem Durchschnitt von 2,81.

Bernd Leno (Bayer Leverkusen)
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Bereits zweimal (2014, Durchschnitt: 2,62 und 2012, 2,65) gehörte Bernd Leno zur Bundesliga-Elf des Jahres. 2013 wurde er von Eintracht Frankfurts Kevin Trapp (2,4) abgelöst. Vor vier Jahren hatte Michael Rensing die Bestnote (2,74), der zu der Zeit das Tor vom 1. FC Köln hütete.

Abwehr: Martin Stranzl
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Martin Stranzl ist einer von zwei Gladbachern in der Elf des Jahres. Der Österreicher war in dieser Saison einer der zweikampfstärksten Spieler der Liga und Leistungsträger bei den Borussen. Notendurchschnitt: 2,69.

Abwehr: Naldo (Wolfsburg)
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Zweimal hatte Wolfburgs Abwehrchef Naldo bislang sechs Tore in einer Bundesligaspielzeit erzielt, am vorletzten Spieltag gelang „Knalldo“, wie er liebevoll für seine hart geschossenen Freistöße genannt wird, der siebte Treffer in dieser Saison. Viel wichtiger aber waren seine Leistungen in der Defensive, dafür bekommt er einen Notendurchschnitt von 2,98.

Abwehr: Jerome Boateng (Bayern München)
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Jerome Boateng hat inzwischen nicht nur seine Leistungen auf ganz hohem Niveau stabilisiert, sondern ist auch immer mehr in die Rolle des Führungsspielers hineingewachsen. Der beste Rechtsverteidiger von Bayern erhält den Notenschnitt 2,83.

Die weiteren Abwehrplätze
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Tony Jantschke führt die Reihe der Abwehrspieler an, die die Elf des Jahres knapp verpasst haben (Notendurchschnitt: 3,1). Danach folgen Leverkusens Toprak (3,13) und Wimmer aus Köln (3,19).

„Der angebliche katastrophale körperliche Zustand trifft auf meine drei Spielerinnen nicht zu“, widersprach Turbine Potsdams Trainer Bernd Schröder der Bundestrainerin. Er warf Neid mangelnde Kritikfähigkeit vor. „Der unter Druck geratene Hund sitzt in der Ecke und fängt an zu bellen. Ich kann doch nicht einfach pauschal zurückschlagen“, meinte der 72-Jährige: „Jeder muss auch mal den Wert einer Kritik beachten.“

Auch Siegfried Dietrich, Manager des Champions-League-Siegers 1. FFC Frankfurt, reagierte verwundert. „Es ist ein bisschen irritierend, dass Silvia Neid den katastrophalen Zustand der Spielerinnen erst nach den zwei Niederlagen erwähnt hat.

Zumal sie das Team zuvor nach den Spielen gegen Norwegen und Schweden noch für ihre gute Verfassung und Leistung gelobt hatte“, sagte Dietrich der Deutschen Presse-Agentur. „Das sind pauschale und zu undifferenzierte Vorwürfe, die man so aus Vereinssicht nicht stehen lassen kann, zumal die Saisonbelastungen ja nicht für alle Spielerinnen gleich waren.“

Es gibt also erhöhten Redebedarf. Denn Bundesligatrainer wie Frankfurts Colin Bell, Wolfsburgs Ralf Kellermann und Schröder hatten bei der WM einige Defizite im deutschen Spiel ausgemacht.

„Alle müssen so sachlich wie möglich bleiben und die sportlich Verantwortlichen sollten sich so schnell wie möglich an einem Tisch zusammensetzen“, forderte Dietrich.

Aus seiner Sicht seien die Clubs und der DFB gleichermaßen daran interessiert, „perspektivisch eine gemeinsame Orientierung zu haben, um auf Vereins- und Nationalmannschaftsebene zur Weltspitze zu zählen.“

Dafür müsse man die Qualitäten zusammenzuführen. Sorgen um die Zukunft des deutschen Frauen-Fußballs macht er sich nicht: „Ich bin sicher, dass die hochgeschlagenen Wellen wieder abebben und eine konstruktive Zusammenarbeit stattfindet.“

  • dpa
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