Logistik zum Finale
Die Deutsche Bahn zeigt Kreisliga-Niveau

Rund um das Champions-League-Finale hat sich die Deutsche Bahn bis auf die Knochen blamiert und damit nicht nur deutsche Kunden vergrätzt, sondern auch die britischen Fans. Dass es nicht zu Gewalt kam, war reiner Zufall.
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MünchenLiebe Leser, ich muss Sie warnen: Was hier folgt, ist Betroffenheits-Journalismus. Das heißt, ich kann die Vorgänge nicht objektiv bewerten, weil ich selbst unter ihnen gelitten habe. Daher reihe ich nur Fakten aneinander, für die ich Zeugen habe:

Was macht eine Fluglinie, wenn 30.000 Fans von Chelsea London zum Finale kommen wollen? Richtig: Sie setzt rund zwei Dutzend zusätzliche Maschinen ein, um die zahlende Kundschaft von London nach Frankfurt oder nach München zu bringen.

Und was macht die Deutsche Bahn? Richtig: nichts. Sie lässt das Chaos geschehen – sehenden Auges und in bestem Wissen.

Die Zustände auf dem Münchener Bahnhof waren in der Nacht nach dem Champions-League-Finale genau so, wie es abzusehen war: Zig Tausende von Fans wollten während der gesamten Nacht per Zug heim. Sie nahmen enorme Wartezeiten in Kauf, weil die Hotelpreise für viele nicht mehr bezahlbar waren.

Besonders extrem war es mit dem ICE 616 nach Dortmund. Der fuhr nicht nur über meine Heimat Düsseldorf und das Ruhrgebiet, sondern auch zum Frankfurter Flughafen. Schon Wochen vorher war keine Sitzplatzreservierung mehr zu bekommen. Am Schalter sagten die freundlichen Angestellten: „Ja, der wird voll, aber nehmen können sie den.“ Auf die Frage, warum man an einem solchen Tag nicht einen zweiten Zug einsetzte, erntete ich Schulterzucken.

Mir und so ziemlich allen anderen Reisenden war also klar: Die Rückreise von München wird kein Zuckerschlecken: Ein voller Zug, viele betrunkene und genervt-übermüdete Fans und zudem das Konfliktpotenzial zwischen deutschen und britischen Anhängern.

Kommentare zu " Logistik zum Finale: Die Deutsche Bahn zeigt Kreisliga-Niveau"

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  • Ich war schon in deutlich volleren ICEs als der hier erwähnte 616, die dann auch tatsächlich losfuhren. wenn nicht alle so müde gewesen wären, dann wäre das ganze Theater fast schon lustig gewesen. der Höhepunkt war jedoch die Fahrt mit dem Ersatz- ICE. Der war nämlich bei Abfahrt mindestens genauso voll wie der 616 bei seiner vermeintlichen Abfahrt um 3:30 Uhr. Ganz großes Tennis, DB!

  • Schon schön das es immer noch sogenannte Reporter gibt, die glauben, sie können ihren unnötigen Frust im Internet herauslassen, und dass dann noch Journalismus nennen.
    Aber vom Handelsblatt ist man ja nichts anderes gewohnt.

  • man muss unterscheiden bei den reservierungen. das eine sind die reguleren. das heißt wo dann die kleinen roten buchstaben den genauen ort von wo nach wo anzeigt. da ist (falls vorher nicht ausgebucht) 24h vor abfahrt schluss. dann haben die züge unterschiedliche anzahl an express res. da steht nur dran ggf reserviert. auf diese je nach baureihe 10-20 plätze kann man erst nach abfahrt zugreifen. sprich zug fahrt um 10 in münchen los und um 12 kann ich in stuttgart eine res kaufen. in vollen zügen immer mit diskusionen verbunden. weil da eben nur ggf dran steht. das soll eben für spantan entschlossene die chance sein auch einen platz zu bekommen. nur soviel zu den res.

    und an den zugchef, respekt. in so einem zug sind 450 sitzplätze, einschließlich der stehenden kommt man auf 600-650. so extrem mit feuer muss es gar nicht sein. ein oberleitungsschaden, oder weichenstörung was auch immer reicht schon aus. klar 30 min kann jeder stehen. was ist wenn auf grund einer störung welche auch immer darauf 1-2 h werden. was ist wenn die oberleitung keinen strom mehr hat, und dadurch die klima nicht mehr geht? 600 fahrgäste ohne frische luft. da bin ich gespannt ob sie die verantwortung übernehmen würden. für diese situation. und allein bei der abfahrt die finger zu kreuzen und zu beten und zu hoffen dass nichts ist. das geht nicht. ich hoffe ich rege einige mal zum nachdenken an.

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