Lothar Matthäus trainiert bei „Borussia Banana“ 16 vollkommen talentfreie Analphabeten des Fußballs
„Loddar“ und die Hampelmänner

Michael Ballack und Lukas Podolski wurde das Fußball-Talent in die Wiege gelegt. Aber es gibt auch andere Kicker, denen das Ball-Gen fehlt, aber die trotzdem Spaß am Fußball haben. Denen will jetzt RTL 2 mit der Fußballserie „Borussia Banana – Helden des Strafraums“ auf die Sprünge helfen.

Der Ball rollt wieder in den Stadien. Michael Ballack und Lukas Podolski wissen elegant mit dem runden Leder umzugehen. Beiden wurde das Fußball-Talent in die Wiege gelegt. Aber es gibt auch andere Kicker, denen das Ball-Gen fehlt, aber die trotzdem Spaß am Fußball haben. Und denen will jetzt RTL 2 auf die Sprünge helfen mit der Fußballserie „Borussia Banana – Helden des Strafraums“. Sie geht ab dem 6. September auf Sendung.

Vorbilder gibt es bereits: Bei Kabel eins nennt sich das Unterfangen, relativ talentfreien Zeitgenossen das Fußballspielen mit Hilfe prominenter Ex-Profis beizubringen, „Helden der Kreisklasse“. Und im dänischen Fernsehen „FC Nerds“, was so viel heißt wie „FC Sonderling“.

Anfangs von den professionellen Medienkritikern belächelt, entpuppte sich das Hobbyfußballer-Format als kleiner Quotenhit: Kabel eins legte deshalb mit einer zweiten Staffel nach, und die dänischen Fernsehmacher verkauften ihr Format bereits in 15 Länder.

RTL 2 will hier nicht nachstehen und geht mit Rekordnationalspieler Lothar Matthäus an den Start. Seine Schützlinge sind 16 Männer, die in ihrem Leben nur selten mit einem Ball in Berührung kamen. Sie verstehen viel von Literatur, Kunst und Computern. Dagegen wissen sie mit Begriffen wie Abseits, Elfmeter oder Eckball sehr wenig anzufangen.

Im Gespräch mit dem Weekend Journal redet der Trainer der ungarischen Nationalmannschaft über seine ersten Eindrücke als Coach seiner neuen Truppe.

Seit Montag trainieren Sie eine Mannschaft von Hobby-Fußballern, die noch nie in ihrem Leben mit dem runden Leder in Berührung gekommen sind. Ist das nicht ein Kulturschock für Sie?

Matthäus: Nein. Ich nehme das locker. Ich wusste, dass mein Team nur aus Anti-Fußballern besteht. Aber es sind alles ganz nette Jungs, auch wenn sie vom Fußball nicht die geringste Ahnung haben und überhaupt nicht wissen, wie man sich auf dem Platz bewegen muss.

Die Freiheit von jeglichem fußballerischem Talent war die Grundvoraussetzung fürs Mitspielen bei „Borussia Banana“. Trotzdem knüpft der Sender an Sie als Trainer hohe Erwartungen. Sie sollen das Team so drillen, dass es gegen eine Bundesligamannschaft bestehen kann.

Sich solch ein hehres Ziel zu setzen ist mit dieser Truppe vollkommen aussichtslos. Was ich mir vorstellen kann, ist ein Spiel gegen eine Traditionsmannschaft. Ob es der FC St. Pauli sein wird, wie es hier und dort zu lesen war, steht aber noch nicht fest. Das Ganze sollte man nicht so ernst nehmen. Denn bei „Borussia Banana“ steht der Spaß im Vordergrund.

Wer wird denn der erste Testgegner Ihrer Mannschaft sein?

Es wird sich um eine Mädchen-Mannschaft handeln. Den Namen verrate ich aber noch nicht.

Wie steht es um die Fitness Ihrer Schützlinge?

Damit ist es bei den meisten nicht weit her. Kaum einer ist dabei, der vorher regelmäßig Sport betrieben hat. Sichtbar ist das vor allem bei den Bauchträgern.

Wann haben die einen Waschbrettbauch?

Vermutlich nie. Bei fast allen in meiner Truppe ist fußballerisch Hopfen und Malz verloren, obwohl wir ausgerechnet im Hopfen-Gebiet Holledau nördlich von München trainieren.

Wie macht sich „Borussia Banana“ auf dem Trainingsplatz?

Das sieht etwas hampelmannmäßig aus. Die meisten können mit dem Tor oder der Eckfahne überhaupt noch nichts anfangen. Ich bin froh, wenn wir so weit sind, dass bei den meisten ein 20-Meter-Pass beim Mitspieler ankommt. Auch die Ballbehandlung sieht bei vielen einfach nur komisch aus.

Was reizt denn dann so einen erfolgreichen Fußballer wie Sie, einen solchen Haufen zu trainieren?

Für mich ist das Ganze eine psychologische Herausforderung. Als Coach einer solchen Mannschaft kann ich Einfluss auf Menschen nehmen, die im Alltag Einzelgänger sind. Bei „Borussia Banana“ will ich sie zu einem Team formen. Das macht den Reiz für mich aus.

Das Trainingslager dauert immerhin zwölf Wochen. Sie werden doch kaum die Zeit haben, die Mannschaft ständig zu trainieren?

Das ist richtig. In meiner Abwesenheit steht selbstverständlich mit Günther Güttler ein sehr guter Co-Trainer bereit, der die Jungs fit hält. Aber es werden auch prominente Coaches mal meine Rolle übernehmen oder mir assistieren. Wer das sein wird, weiß ich noch nicht. Aber Sepp Maier könnte ich mir gut bei „Borussia Banana“ vorstellen.

Viel Erfolg mit Ihren Freizeitkickern – den könnten Sie aber auch als ungarischer Nationaltrainer einmal gebrauchen.

Das ist richtig. Unsere Chance, an der Weltmeisterschaft in Deutschland teilzunehmen, schätze ich als gering ein. Aber im Fußball kann es bekanntlich immer mal wieder ein Wunder geben.

Und wenn es kein Wunder gibt?

Auch wenn wir nicht an der WM teilnehmen, bin ich bereit, weiter Trainer in Ungarn zu bleiben. Wenn ich mit dem Verband auf einen Nenner komme, kann ich mir vorstellen, meinen Vertrag bis 2008 zu verlängern. Damit erübrigen sich auch Sommerloch-Spekulationen, dass ich Trainer einer Bundesligamannschaft werden will.

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