Louis van Gaal
Burgfrieden oder Abschiedsgeste beim FC Bayern?

Am Tag nach dem Handschlag zwischen den Streithähnen Uli Hoeneß und Louis van Gaal verkündeten die Schlagzeilen den "Frieden von Cluj" beim FC Hollywood. Aber ist es vielleicht nur ein Scheinfrieden oder war es gar der Anfang vom Ende des Trainers?

Mit Louis van Gaal hatte sich erstmals ein Coach öffentlich und in aller Deutlichkeit gegen Hoeneß, den personifizierten FCB, gestellt. Das markierte nach der denkwürdigen Wutrede von Giovanni Trapattoni ("Struuunz!") oder der Verbal-Attacke von Hoeneß gegen kritische Fans ("Was glaubt Ihr, wer Ihr seid?!") ein ganz neues Kapitel beim FC Bayern München.

"Erstaunt" habe ihn die Kritik des Präsidenten und "sehr, sehr enttäuscht", sprach van Gaal. Nein, er sprach nicht, er schleuderte seine Worte heraus. Er warf sie Hoeneß, der über ihm in seinem Hotelzimmer saß, sprichwörtlich an den Kopf. Dass die Duellanten nur Minuten nach diesem Ausbruch "in einer offenen Diskussion" zusammenfanden, wie es der Verein kommunizierte, schien da allein schon zeitlich fraglich. Für das laut FC Bayern "ausführliche" Gespräch hatten van Gaal, Hoeneß, Mediator Karl-Heinz Rummenigge und die anderen Beteiligten nämlich kaum eine Stunde Zeit. Dann nämlich musste van Gaal zum Training.

Rummenigge als Mediator erfolgreich

Rummenigge hatte seine Aufgabe als Vermittler zuvor mit der von Heiner Geißler beim umstrittenen Bahn-Projekt Stuttgart 21 verglichen. Der ehemalige Politiker scheiterte bislang trotz einzelner Teilerfolge an der Sturheit der Kontrahenten. Rummenigge will nun einen ähnlich komplexen Fall zwischen Tür und Angel gelöst haben. Und das, obwohl in ihm "nicht einmal ein Prozent" Geißler stecke, wie er vor der Unterredung noch betont hatte.

Hoeneß hat mit seiner Fundamentalkritik einen Graben aufgerissen, den van Gaal mit seinem Return noch vertiefte. Es war der Gegenangriff des Mannes, der in witzig gemeinter Verballhornung "Tulpen-General" genannt wird - doch lustig war an diesem Auftritt nichts. Van Gaal war ernst, es war ihm wichtig, Hoeneß entgegenzutreten, seine Kritik in aller Schärfe zurückzuweisen.

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