Luhukay gibt auf VfB Stuttgart ist schon wieder auf Trainersuche

Nach nur vier Zweitliga-Spieltagen schmeißt der erste Trainer hin: Jos Luhukay tritt als Trainer des VfB Stuttgart zurück. Gründe dürften der schwache Saisonstart der Schwaben und ein Streit mit dem Sportvorstand sein.
Kaum da und auch schon wieder weg: Jos Luhukay gibt als Stuttgart-Trainer auf. Quelle: dpa
Jos Luhukay

Kaum da und auch schon wieder weg: Jos Luhukay gibt als Stuttgart-Trainer auf.

(Foto: dpa)

Der VfB Stuttgart muss sich schon nach vier Spieltagen einen neuen Trainer suchen. Der Niederländer Jos Luhukay ist von seinem Posten beim Fußball-Zweitligisten zurückgetreten. Der 53-Jährige hatte das Amt bei dem Bundesliga-Absteiger erst zur neuen Saison angetreten.

Vorausgegangen waren ein in der Öffentlichkeit ausgetragener Konflikt zwischen Luhukay und Sportvorstand Jan Schindelmeiser. Die beiden hatten nach der 1:2-Heimniederlage gegen den FC Heidenheim am vergangenen Freitag keinen Hehl aus ihren unterschiedlichen Auffassungen über Spielertransfers und den Kader gemacht. Insbesondere auf die Neuzugänge Benjamin Pavard, Carlos Mané und Takuma Asano hatte Luhukay öffentlich sehr zurückhaltend reagiert. Der Coach hatte zudem kritisiert, dass er im Kader Spieler aus 15 verschiedenen Ländern habe.

„Wir sind nicht Mülleimer für andere Menschen"
Erhitzt
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Der Zwist zwischen Referee Felix Zwayer und Schmidt erhitzte die Gemüter. Schmidt hatte sich den Anweisungen des Schiedsrichters, den Innenraum des Stadions zu verlassen, aus Ärger über den Führungstreffer des BVB widersetzt und damit für ein Novum in der Bundesliga-Historie gesorgt. „Ich habe da natürlich eine Vorbildfunktion und der bin ich heute auch nicht gerecht geworden. Ich bin zu stur gewesen“, bekannte Schmidt.

Schmidt über Zwayer
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Erst nach der Spielunterbrechung räumte Schmidt seinen Platz in der Coaching-Zone und verfolgte die restliche Partie laut Bayer-Kapitän Stefan Kießling von der Kabine aus. Doch es dürfte seiner Position in den nun folgenden Ermittlungen nicht zuträglich gewesen sein, dass er erneut über Zwayer klagte: „Dass der Schiedsrichter bei freier Sicht diesen Elfmeter nicht pfeift, vielleicht auch, weil ich vorher zu emotional war. Ich hoffe nicht, dass es so war, aber mir fällt keine andere Erklärung dazu ein.“

Spielunterbrechung in Leverkusen
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Schmidt stellte indirekt eine Verbindung zwischen seiner Verbannung und einer Fehlentscheidung des Referees wenige Minute später her. Zwayers Reaktion auf diese Anschuldigung fiel kurz und knapp aus: „Kein Kommentar.“ Allerdings räumte der Schiedsrichter ein, das von Schmidt angesprochene klare Handspiel des Dortmunders Sokratis im Strafraum übersehen zu haben: „Dazu muss ich sagen, dass wir bedauerlicherweise falsch entschieden haben. Wenn wir die Perspektive der Fernsehbilder gehabt hätten, hätten wir auf Elfmeter entschieden.“

Völler ist erregt
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„Was haben sie eigentlich mit dem Roger Schmidt? Es ist doch viel wichtiger, dass er keinen Elfmeter gepfiffen hat, oder finden sie nicht? Was meinen Sie? Wer hat uns denn mehr geschadet, der Roger Schmidt oder der Schiedsrichter?“ Der Sportdirektor von Bayer Leverkusen, Rudi Völler, diskutierte vor der Kamera und mit den Schiedsrichtern über die strittigen Szenen im Spiel Bayer Leverkusen gegen Borussia Dortmund. Natürlich ist Schmidt nicht der erste Coach, dem der Kragen platzte. Einer seiner Vorgänger war sein heutiger Vorgesetzter Rudi Völler. Eine kleine Aufstellung der Übungsleiter, die schon einmal verhaltensauffällig geworden sind ...

Völlers Ausraster
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Es sollte nur ein harmloses Interview nach einem eher gewöhnungsbedürftigen 0:0 gegen Island werden. Doch ARD-Moderator Waldemar Hartmann bekam nach einer Kritik am Auftritt des Teams den geballten Zorn des damaligen Bundestrainers (oder korrekt: Teamchefs) Rudi Völler zu spüren. Aus dem Coach, unter dem Deutschland 2002 überraschend Vizeweltmeister wurde, platzten Aussagen heraus, die sich über Wochen und Monate angesammelt hatten. Beispiel gefällig? „Ihr müsst doch mal von eurem hohen Ross runter kommen, was ihr euch immer alle einbildet, was wir für einen Fußball in Deutschland spielen müssen. Der Günter, was die früher für einen Scheiß gespielt haben, da konntest du doch früher überhaupt nicht hingehen, die haben doch früher Standfußball gespielt“, polterte Völler unter anderem gegen Günter Netzer. Hartmann wurde unterstellt, sich vor der Sendung drei Weizenbiere zu genehmigen. Und Völler ließ den ganzen Abend mit seiner Schelte nicht locker. Später entschuldigte er sich bei den Betroffenen – aber nie für den Kern seiner Aussage.

Napoli gegen Borussia Dortmund
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Beim Champions-League-Auftakt 2013 in Neapel sind Ex-BVB-Trainer Jürgen Klopp alle Sicherungen durchgebrannt. Der Hintergrund ...

Klopps Ausraster
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Als Higuain in der 29. Minute für Neapel traf, flippte Jürgen Klopp völlig aus und schrie den vierten Offiziellen an. Der hatte zuvor verhindert, dass der blutende Neven Subotic zurück aufs Feld kommt – damit hatte der vierte Offizielle aus Klopps Sicht wohl eine Mitschuld am Tor. Schiedsrichter Proenca schickte Klopp auf die Tribüne.

Basis seiner Arbeit sei „immer eine einheitliche Linie aller sportlich Verantwortlichen bei Zusammenstellung und Führung des sportlichen Bereichs und ein uneingeschränktes Vertrauen der Vereinsverantwortlichen in meine Arbeit“ gewesen, sagte Luhukay weiter: „Diese Basis ist beim VfB Stuttgart nicht mehr vorhanden.“ Ein klarer Verweis auf den Streit der vergangenen Tage.

Luhukay hatte das Verhältnis zu Schindelmeiser, der erst knapp zwei Monate nach ihm beim VfB anheuerte, zuletzt als „wenig harmonisch“ bezeichnet – und dafür einen Rüffel vom stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden Wilfried Porth erhalten. „Ich sehe mit Sorge, dass die Eskalation nach außen getragen wird. Ich sage bewusst: Das gilt besonders für den Trainer“, sagte der und ergänzte: „Für den Trainer gilt es, sich auf das zu konzentrieren, wofür wir ihn geholt haben.“

Stuttgart hat von den ersten vier Spielen bereits zwei verloren und steht vor dem fünften Spieltag in der Tabelle auf Platz neun. Der nächste Gegner am Samstag ist Schlusslicht 1. FC Kaiserslautern (13.00 Uhr/Sky).

  • dpa
  • sid
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