Machtkampf im DFB-Team
Ballack und Frings gießen Öl ins Feuer

Im Machtkampf mit Bundestrainer Joachim Löw hat Torsten Frings erneut eine verbale Grätsche angesetzt und Kapitän Michael Ballack mit einem süffisanten Kommentar zusätzliches Öl ins Feuer gegossen.

dpa FRANKFURT/MAIN. Für den Deutschen Fußball-Bund (DFB) ist die von Ballack angeheizte Debatte um die Nationalmannschaft zu einer ernsten Gefahr geworden. Der DFB und Löw suchen daher intensiv nach einer Lösung, wie man den "ernsten Vorgang sauber aus der Welt schaffen" kann, wie es Verbands-Präsident Theo Zwanziger formulierte.

"Ich freue mich, dass der Trainer wieder den Dialog mit mir sucht. Und ich freue mich genauso auf unser Gespräch", sagte der von Löw wegen seiner Kritik zum Rapport nach Deutschland bestellte Ballack der "Bild"-Zeitung. Einen Gesprächstermin gebe es noch nicht, ließ Ballack verlauten und fügte hinzu: "Ich bin jedenfalls jederzeit zu diesem Vier-Augen-Gespräch bereit." Die Terminsuche schob der 32-jährige Wahl-Engländer dabei dem Verband zu. Das müsse der DFB "mit meinem Arbeitgeber Chelsea London besprechen".

Der Bundestrainer steckt in der Zwickmühle. Einerseits kann er die via Zeitungsinterview geäußerte Kritik an seinem Kurs und seinen Personalentscheidungen nicht dulden, will er seine Autorität nicht verlieren. Andererseits weiß Löw, Ballack ist als derzeit einziger deutscher Superstar auf internationalem Parkett ein wichtiger sportlicher Faktor auf dem Weg zum angestrebten WM-Titel 2010.

"Das Problem dieser Grundsatz-Diskussion ist jetzt, dass sie öffentlich ausgetragen wird", bemerkte DFB-Sportdirektor Matthias Sammer. Jeder Halbsatz, jede Geste der beiden Persönlichkeiten gilt ab sofort als eine Art Regierungserklärung im deutschen Fußball: Es geht auch um Macht.

Sammer sieht Ballacks Versuch, wieder mehr Einfluss auf die Entwicklung im deutschen Team zu bekommen, als zu weitgehend: "Diese beiden Persönlichkeiten dürfen sich nicht auf eine Stufe stellen. Ein Trainer ist immer etwas Außergewöhnliches", so der Europameister von 1996, "diese Diskussion ist unnötig wie ein Kropf. Vor allem wie Jogi Löw jetzt in Erklärungsnot gekommen ist, ist nicht dienlich. Natürlich müssen wir da eine Reaktion zeigen. Grundsätzlich gilt es, die Autorität des Trainers zu schützen."

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