Magere Zeiten drohen
Bei Werder spielt gegen Inter der Frust mit

Einst als feste Größe im deutschen und internationalen Fußball vertreten, kämpft Werder Bremen aktuell mit einer sportlichen Misere, die auch finanzielle Auswirkungen haben wird. Die sieben fette Jahre bei den Hanseaten sind vorbei - über sieben magere Jahre an der Weser mag Geschäftsführer Klaus Allofs vor dem Abschiedsspiel in der Champions League gegen Inter Mailand am dienstagabend (20.45 Uhr) gar nicht nachdenken.

"Natürlich ist die Situation momentan schwierig, aber sie ist es auch nicht zum ersten Mal", sagte Allofs, noch bevor sich der erfolgsverwöhnte Klub mit einem Heimspiel gegen Titelverteidiger Inter Mailand als Tabellenletzter aus der Champions League verabschiedet hatte.

Irgendwie hatte man sich gewöhnt an die guten Einnahmen aus der Königsklasse, selbst die in diesem Jahr völlig verkorste Gruppenphase spülte noch acht Mill. Euro in die Vereinskasse. Geld, das in der kommenden Saison mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit in dieser Größenordnung nicht zur Verfügung stehen wird. Als aktueller Bundesliga-Zehnter ist für die unbeständigen Bremer maximal ein Platz in der Europa League noch realistisch.

Rückrunde vor dem Fernseher

In der Rückserie jedenfalls werden die Werder-Profis weit häufiger als gewohnt in die Röhre gucken, im wahrsten Sinne des Wortes. Trainer Thomas Schaaf spürt den Frust darüber schon jetzt: "Wenn ich dann vor dem Fernseher sitze, werde ich mich erst so richtig ärgern." Schließlich gehörten auch zu den Zeiten des mittlerweile 49-Jährigen als Bremer Rechtsverteidiger spannende Europapokalabende zum Standardprogramm in der Hansestadt.

Auf Dauer wäre der teure Kader, darüber ist man sich in Bremen einig, ohne internationale Einnahmen nicht zu finanzieren. Sportdirektor Allofs hat dieses Szenario auch schon durchgerechnet und muss etwas verklausuliert einräumen: "Zwei Jahre ohne Europacupeinnahmen würden unsere Personalpolitik mittelfristig verändern."

Auch die Werder-Profis haben offenkundig erkannt, dass der Wind an der Nordseeküste schon bald rauer wehen könnte. Bremens Nummer eins Tim Wiese ließ sich sogar zu einem Treueschwur hinreißen. "Wir haben eine schöne Zeit gehabt. Man muss mit seinem Verein Höhen und Tiefen durchmachen - das tue ich", kündigte der Torhüter an. Allerdings: Sämtliche Vertragsgespräche liegen derzeit auf Eis.

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