Mailand will in München punkten: Bayern empfängt Milan zum Klassiker

Mailand will in München punkten
Bayern empfängt Milan zum Klassiker

Der FC Bayern München steht heute Abend vor dem wichtigsten Heimspiel in dieser Saison und muss im deutsch-italienischen Schlagerspiel gegen den AC Mailand bestehen. Trotz der Sorge um Torwart Oliver Kahn sieht sich der deutsche Rekordmeister für den Sturm auf Europas Fußball-Thron gerüstet. Selbst Vorjahresfinalist AC Mailand soll für den deutschen Meister auf dem Weg ins Endspiel in Paris (17. Mai) nicht zum Stolperstein werden. "Ich bin optimistisch, dass wir eine Runde weiterkommen. Wir haben ein Riesenziel in dieser Saison, also müssen wir Milan ausschalten. Die Mannschaft brennt darauf", sagte Bayern-Trainer Felix Magath vor dem Achtelfinal-Schlager der Champions League gegen das italienische Spitzenteam heute (20. 45 Uhr/live bei Sat.1 und Premiere) in München.

Allerdings bangt der souveräne Bundesliga-Spitzenreiter im ersten echten Härtetest des Jahres weiter um den Einsatz von Nationalkeeper Kahn. Der 36-Jährige erschien am Montagnachmittag zwar überraschend zum Abschlusstraining, lief sich warm und stellte sich dann sogar zwischen die Pfosten. Doch Kahn musste das Training nach nur 20 Minuten abbrechen, die Schmerzen im rechten Oberschenkel waren zu groß. "Ausgerechnet in diesem Spiel wäre das schon ein Handicap, weil sich Olli in einer hervorragenden Verfassung befindet. Es wäre schon wichtig, wenn er dabei wäre", meinte Magath.

Eine Entscheidung über den Einsatz von Kahn, der praktisch rund um die Uhr behandelt wurde, sollte kurz vor dem Anpfiff fallen. Magath: "So ein Spiel lässt sich Olli normalerweise nicht entgehen." Als Ersatz für den Nationalkeeper, der sich die Prellung beim 1:1 der Bayern in Hannover zugezogen hatte, stünde der 21 Jahre alte Michael Rensing bereit.

Magath: "Wir wollen in der Offensive Akzente setzen"

Ansonsten kann Magath gegen Milan seine derzeit vermeintlich stärkste Formation aufbieten - die taktische Marschroute vor dem Rückspiel am 8. März in Mailand hat Magath bereits ausgegeben: "Wir wollen gewinnen. Da denken wir nicht defensiv, sondern wollen in der Offensive Akzente setzen. Mailand ist in der Abwehr nicht so stabil, das wollen wir ausnutzen." Auch Willy Sagnol forderte von seinen Kollegen ein "hohes Tempo. Denn das ist eine große Waffe gegen italienische Mannschaften."

Die Verantwortlichen des FC Bayern sind überzeugt, dass die Mannschaft nach zuletzt wenig berauschenden Leistungen in der Bundesliga den Schalter rechtzeitig umlegen kann. "Wenn ein Athlet muss, dann kann er mehr leisten. Wir werden in der Lage sein, auch gegen eine der besten Mannschaften Europas 90 Minuten Tempo zu machen", sagte Magath.

Dabei bauen die Münchner vor allem auf die Klasse und die "ungewöhnliche Abschlussfähigkeit" (Magath) von DFB-Kapitän Michael Ballack, vor dem auch die Mailänder gehörigen Respekt haben. "Auf ihn müssen wir gewaltig aufpassen. Er ist einfach weltklasse und macht die wichtigen Tore", meinte Abwehrchef Alessandro Nesta. Der Brasilianer Kaka bezeichnete den Bayern-Star als "großen Spieler".

Milan zum Siegen verdammt

Während die Bayern noch in drei Wettbewerben im Rennen sind, ist die Champions League für Milan die letzte Chance, die Saison versöhnlich abzuschließen. Ein Aus gegen den FC Bayern dürfte auch das Ende von Trainer Carlo Ancelotti bedeuten.

Ancelotti selbst präsentierte sich am Montag nach der Ankunft in München kämpferisch und will seinen Platz nicht einfach räumen. Bissig und ironisch antwortete er auf Nachfragen nach seiner Zukunft bei einem vorzeitigen Aus: "Es ist völlig klar, dass ich dann gehe."

Entsprechend gilt die ganze Konzentration des Tabellenzweiten der Serie A der Partie gegen den deutschen Rekordmeister. Am Samstag wurde gegen Cagliari deshalb auch der leicht angeschlagene Star-Stürmer Andrej Schewtschenko geschont. Verzichten muss Ancelotti definitiv auf den Brasilianer Cafu (Knieoperation), ein Einsatz des am Knie verletzten Routiniers Paolo Maldini erscheint ausgeschlossen.

Neben Schewtschenko gilt bei den Bayern dem Brasilianer Kaka das größte Augenmerk. "Die sind am gefährlichsten, auf die beiden ist das Spiel zugeschnitten. Die müssen wir im Griff halten", meinte Magath, fügte aber selbstbewusst an: "Nicht wir, sondern Milan sollte sich eher Gedanken machen, wie sie sich defensiv präsentieren."

"Ganz Fußball-Deutschland drückt uns die Daumen"

Die Bayern bauen bei ihrem Bemühen, das Viertelfinale (28./29. 3. und 4./5.4.) zu erreichen, wieder auf die Unterstützung von den Rängen. Immerhin ist die Pflichtspiel-Bilanz in der mit 66 000 Zuschauern ausverkauften Allianz-Arena - dort wurde der zuletzt ramponierte Rasen eigens für die Partie gegen Milan zweimal gewalzt - nach wie vor makellos. "Da war Juve schon beeindruckt, Milan wird es nicht anders gehen", so Magath, der keine Zweifel hat, "dass alle hinter uns stehen. Uns wird ganz Fußball-Deutschland die Daumen drücken."

In den bisherigen Duellen gegen den AC Mailand zog der FC Bayern allerdings immer den Kürzeren: In der Saison 1989 schieden die Münchner im Halbfinale des Landesmeister-Cups (0:1/2:1) aus. In der Saison 2002/2 003 gab es in der Gruppenphase zwei 1:2-Niederlagen.

© SID

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