Major League Soccer: „Wir sind keine Rentnerliga mehr!“

Major League Soccer
„Wir sind keine Rentnerliga mehr!“

Die US-amerikanische Major League Soccer war lange als „Rentnerliga ohne Fans“ verschrien. Mit internationalen Stars wie David Beckham und einem rasanten Fanwachstum will die Liga ihr Image nun deutlich aufpolieren.
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New YorkAuch in seinem fünften Jahr in der Major League Soccer (MLS) ist David Beckham der teuerste Hoffnungsträger des amerikanischen Profifußballs. Allein sein Basisgehalt von 6,5 Millionen US-Dollar ist drei Mal so hoch wie das von Landon Donovan, dem teuersten Amerikaner der Liga. Wenn Beckham an diesem Dienstagabend beim Spiel seiner Los Angeles Galaxy gegen die Seattle Sounders die 16. Saison der noch jungen Liga eröffnet, richtet sich – wie schon seit Jahrzehnten im US-Profifußball – das Hauptaugenmerk der Medien auf die eingekauften Legionäre. „Wir müssen große Namen und international bekannte Spieler hierher bringen, damit wir das werden können, was wir sein wollen: Die beste Liga der Welt“, verkündet MLS-Chef Don Garber mit stolz geschwellter Brust kurz vor dem „Kick off“ auf einer Pressekonferenz in New York.

Trotzdem will der drahtige 53-Jährige den Begriff „Rentnerliga“ nicht mehr hören. „Ich weiß, dass es diese Wahrnehmung gibt und wir müssen daran arbeiten, das zu verändern“, sagte er. Dabei helfe auch das gute Abschneiden der Nationalmannschaft nicht nur bei der Weltmeisterschaft 2010, sondern beim Confed Cup zuvor, bei dem man schließlich den späteren Weltmeister Spanien geschlagen habe. Zudem gebe es nur gut zehn hoch bezahlte Legionäre wie Beckham in der Liga. Und der Altersdurchschnitt der 300 Spieler, von denen 218 aus den USA stammten, liege bei 26 Jahren, fügte er hinzu.

Der Optimismus Garbers, der 1999 nach 16 Jahren im Management der in den USA weitaus populäreren National Football League die Führung der vor sich hin vegetierenden MLS übernahm, klingt nach dem stereotypen Show-Gehabe amerikanischer Manager. Und in der Tat hat die Liga noch einen sehr, sehr weiten Weg vor sich, will sie wirklich einmal die Stärkste der Welt sein. Aber Garber hat in einem Land, dessen Sportseiten von Football, Baseball und Basketball dominiert werden, eine Menge erreicht. Deutlichstes Anzeichen: Das Weltmeisterschaftsfinale 2010 zwischen Spanien und den Niederlanden sahen 24,3 Millionen Menschen in den USA. Das waren 41 Prozent mehr als vier Jahre zuvor.

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