Mammut-WM im Fußball
Gefährlich ist nur die Gier der Fifa

Je größer, desto lukrativer: Die Fußball-WM muss wachsen, damit die Macher mehr Geld einnehmen. Das ist gut für die Wirtschaft, die mehr werben will. Ein Kommentar zum Milliardengeschäft Weltmeisterschaft.
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DüsseldorfIhre wahren Absichten verstecken die Funktionäre des Weltfußballverbandes Fifa sehr gerne. Öffentlich spielen sie sich lieber als Wohltäter auf, die allen Beteiligten im Fußball nur Gutes tun. Vor allem den Fans, die ab 2016 noch mehr Spiele bei einer WM sehen dürfen: Statt 64 dann insgesamt 80 Paarungen.

Hinter der Ausweitung der wichtigsten Fußballveranstaltung der Welt stecken handfeste finanzielle Interessen, über die im Weltfußballverband nicht so gern geredet, aber gelegentlich geschrieben wird. So sickerte durch, dass 16 Spiele mehr insgesamt eine Milliarde Dollar zusätzliche Einnahmen bedeuten.

Das ist eine Schätzung, und eine vorsichtige überdies. Denn rechnet man dies mal pro Spiel um, dann ergibt sich: Eine zusätzliche Paarung ist ungefähr 60 Millionen Dollar wert. Bei der WM 2018 in Russland kalkuliert die Fifa dagegen bereits mit einem Umsatzwert pro Spiel von mehr als 80 Millionen Dollar.

Die Erfahrung im Weltfußball lehrt: Am Ende springt oft mehr heraus als die Funktionäre erwartet haben. Denn unverändert ist das Spiel fast überall extrem beliebt. Das Fußballgeschäft ist durch Werbung und Medien ein Wachstumsmarkt, der deutlich zweistellig pro Jahr wächst. Davon profitiert nicht zuletzt die Fifa.

Mehr WM-Teilnehmer erhöhen sogar die Attraktivität der Veranstaltung in der Wirtschaft. Denn die Unternehmen profitieren ja von den Emotionen der Fans und dringen über den Fußball leichter in die Köpfe der Menschen. Wenn ein Fußballanhänger erst einmal positiv eingestellt ist, können die Sponsoren auch schneller mit ihm ins Geschäft kommen.

Kaum jemand in der Wirtschaft wird daher etwas gegen die Erweiterung der Fußball-WM zu einer Mammutveranstaltung haben. Im Gegenteil! Die Funktionäre der Fifa, die dies beschlossen haben, bekommen doppelten Rückenwind: von den vielen kleinen Verbänden, die nun größere Chancen auf eine Teilnahme haben; und von den Sponsoren, die gezielter werben können.

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Finanzielle Interessen und Image-Bedürfnisse

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  • Herr Mark Hoffmann11.01.2017, 15:09 Uhr
    Es langt schon, wenn wir mit der Grün-Sozialistischen Merkel wieder in einen grün-linken"Nazi-Deutschland" wieder angekommen sind.

    Herr Peter Spiegel11.01.2017, 16:13 Uhr
    Obama hat in Nazi-Deutschland Asyl beantragt. Kim Jong-un hat es genehmigt.

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