Manager-Trainer über Klopp: „Ein Plan scheint zu fehlen“

Manager-Trainer über Klopp
„Ein Plan scheint zu fehlen“

Für den Management-Coach Stefan Wachtel ist Jürgen Klopps größtes Problem: Er selbst. Authentisch zu sein, nutze dem BVB-Coach nichts. Krisen-Spezialist Klaus Schuster ist da völlig anderer Meinung – immer noch.
  • 0

DortmundStefan Wachtel von Expert-Executive bereitet Spitzenpersonen auf Auftritte vor und ist Autor des Buches „Sei nicht authentisch!“. Für Handelsblatt Online beurteilte er das Verhalten von BVB-Trainer Jürgen Klopp und die Krise des Fußballklubs. Auch Klaus Schuster äußerte sich zu Klopp. Der Manager, Managementberater, Executive Coach, Führungstrainer und Buchautor bleibt allerdings bei seiner Einschätzung, die er schon im Dezember zu Klopp gegeben hat: Der BVB-Coach solle durchhalten.

Stefan Wachtel: „Die Situation ist für den Verein gefährlich“

„Auftritt: Jürgen Klopp. Vorletzter Akt. Der authentische Klopp passt wenn der Film heißt: „Wir gewinnen!“ Wenn der Film heißt: „Wir verlieren, wir haben Krise!“, dann genügt es nicht mehr, aus dem Bauch zu kommen, dann genügt das Authentische nicht. Es fehlt das Professionelle, es scheint ein Plan zu fehlen.

Ein Plan, das hieße jetzt Erstens: Sportlich die Ängste nehmen, Spieler professionell aufbauen. Daran scheint man nicht gedacht zu haben. Klopp ahnt zwar, was man haben müsste: „Wir müssen den Jungs den Glauben zurück geben.“ Aber dazu braucht es Profis, nicht nur den authentischen Klopp.

Zweitens: Immer wieder zu sagen, dass man die Fans versteht, das ist richtig, das würde ich ihm als sein Berater, der ich nicht bin, auch raten. Aber das genügt nicht, es muss ein Kommunikationskonzept geben, das sich eben nicht nur auf den authentischen Klopp verlässt. Die jetzige Situation ist für den Verein gefährlich, denn der so authentische Klopp hat ja auch Angst um sich selbst – und läuft deshalb Gefahr, falsch zu kommunizieren.

Die Frage darf nicht sein: Was fällt Klopp jetzt ein zu sagen. Sondern: Was wollen wir als Verein sagen mit Klopp als einer der Hauptdarsteller! Klopp, so authentisch wie er ist, könnte zur „Unguided Missile“ werden, zum Risiko.

Vieles geschieht unüberlegt, etwa wenn Klopp sagt, wenn er nicht das Spiel gewinnt: „Dann habe ich als Trainer versagt“. Das erinnert an den vorletzten CEO der Dresdner Bank, Bernd Fahrholz, der sagte, er würde seinen „Kopf auf den Richtklotz“ legen, wenn er dieses oder jenes Ziel nicht schaffe. Bei der Bank kam es dann so.“

Kommentare zu " Manager-Trainer über Klopp: „Ein Plan scheint zu fehlen“"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%