Mancherster United Kollegen im Zwist
Rooney will Ronaldo in "zwei Teile brechen"

Die Ankündigung von Wayne Rooney verheißt nichts Gutes: "Wenn ich Ronaldo das nächste Mal sehe, breche ich ihn in zwei Teile", versprach der englische Rotsünder und spielte damit auf die Provokationen des Portugiesen an.

Portugals Cristiano Ronaldo hat im es Fußball-Mutterland zum Staatsfeind Nummer eins gebracht: Er machte Mätzchen, er forderte die Rote Karte für Wayne Rooney und versenkte zu allem Überfluss auch noch den entscheidenden Elfmeter im englischen Tor. "Lass diesen Mann nicht mehr in unser Land", titelte der Daily Mirror und forderte Premier-League-Klub Manchester United zum Verkauf seines Stars auf. Ronaldo selbst bereitet schon seine Flucht von der Insel vor. Der 21-Jährige will trotz laufenden Vertrages bis 2010 sofort zum spanischen Rekordmeister Real Madrid wechseln.

Dafür gibt es gute Gründe. Wayne Rooney, Sohn eines Boxers und Teamkollege von Ronaldo bei Manu, drohte am Montag in der englischen Tageszeitung The Sun: "Wenn ich Ronaldo das nächste Mal sehe, breche ich ihn in zwei Teile."

"Wenn ich Ronaldo das nächste Mal sehe, breche ich ihn in zwei Teile."

Bereits nach dem Elfmeterschießen war der 20-jährige Rooney wutentbrannt zur portugiesischen Kabine gerannt und hatte versucht, Ronaldo zum Duell aufzufordern. Ein paar erfahrenere englische Profis beendeten den Auftritt Rooneys mit dem berechtigten Hinweis, er würde gerade seine ganze Karriere gefährden. Anschließend wurde "Roo" von den beiden Bodyguards des englischen Verbandes FA zum Teambus geführt, um sich nicht auch noch bei den Journalisten den Mund zu verbrennen.

Ronaldo konnte am Montag die ganze Aufregung um seine Person überhaupt nicht nachvollziehen. "Warum soll es mir für Wayne Leid tun? Es tut mir nicht Leid. Es war nicht mein Fehler, ich habe nicht gefoult. Ich habe ihn nicht vom Platz gestellt. Das war der Schiedsrichter. Ich habe nur gesagt, dass es ein Foul war", meinte

Verständnis für die anhaltenden Provokationen von Ronaldo hatten im englischen Lager aber weder Spieler noch Fans. Zu Beginn der schweißtreibenden Partie in der Sauna von Gelsenkirchen versuchte der Mittelfeldspieler, mit zahlreichen Übersteigern seine englischen Gegenspieler der Lächerlichkeit preiszugeben. Dann forderte er nach einem 40-m-Sprint und dem bösen Tritt seines "Manu"-Mitspielers Rooney gegen Ricardo Carvalho in der 62. Minute vehement die Rote Karte, die er dann grinsend und mit einem Augenzwinkern in Richtung seiner Mitspieler quittierte.

Gerrard: "Er ekelt mich einfach nur noch an"

Das Fass endgültig zum Überlaufen brachte dann die letzte und entscheidende Szene des Spiels. Ausgerechnet der abwanderungswillige "Manu"-Profi Ronaldo ließ beim letzten Elfmeter der Partie Englands Keeper Paul Robinson keine Chance und jubelte mit weit ausgebreiteten Armen vor den Fans der Three Lions.

Angewidert von Ronaldo zeigte sich nach der Rückkehr auf die Insel Elfmeter-Versager Steven Gerrard vom FC Liverpool. "Das zeigt, was er für ein Mensch ist. Ich habe gesehen, was Ronaldo getan hat, und er ekelt mich einfach nur noch an", meinte Gerrard. Englands Abwehrchef John Terry ergänzte: "Es wird sicher interessant werden, was zu Beginn der neuen Saison in der Kabine von United abgeht. Es ist sehr traurig, wenn man sieht, dass Teamkollegen zum Referee laufen und die Rote Karte fordern."

Derweil reagierte Portugals Elfmeter-Held Ricardo ganz gelassen auf die Kritik an seinem Landsmann. "Ich glaube nicht, dass der Schiedsrichter Rooney Rot gezeigt hat, weil Ronaldo das gefordert hat. Ich denke, der Referee hat selbst genug gesehen.", meinte der Keeper.

Doch obwohl das gesamte Fußball-Mutterland dank des neuen Feindbildes Ronaldo innerhalb von nur zwei Tagen wieder auf der Seite von Wayne Rooney stand, fiel der Empfang der aus Deutschland heimkehrenden Nationalmannschaft auf dem Londoner Flughafen Stansted enttäuschend aus. Nur rund 150 Fans warteten auf David Beckham und Co. Die Spieler verschwanden schnell in ihren Limousinen und gaben den wartenden Anhängern auch keine Autogramme mehr.

© SID

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