Manipulation von Testspielen
Betrugsvorwürfe gegen Ghanas Fußballverband

Ist Ghanas Fußballverband bereit, künftige Testspiele zu manipulieren? Eine Undercover-Recherche britischer Medien legt das nahe. Mit der WM haben die Vorwürfe nichts zu tun. Dort trifft die Mannschaft noch auf Portugal.
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MaceióDie vagen Aussichten aufs WM-Achtelfinale werden im ghanaischen Lager durch weitreichende Betrugsvorwürfe an die nationale Fußballelite überlagert. Zwei britische Medien berichteten am Montag über eine monatelange Undercover-Aktion ihrer Reporter im Umfeld der Wettmafia. Ghanas Verbandschef Kwesi Nyantakyi soll in diesem Zusammenhang seine Bereitschaft zur Manipulation künftiger Testspiele der Nationalmannschaft gegeben haben. Die Zeitung „The Daily Telegraph“ und der Fernsehsender Channel 4 sicherten sich nach eigener Aussage das Vertrauen von Nyantakyi, der Präsident der Ghana Football Association (GFA) wies die schweren Anschuldigungen zurück.

Es gebe keinerlei Anzeichen, dass die Integrität der Weltmeisterschaft in Brasilien davon betroffen sei, sagte ein Sprecher des Weltverbandes FIFA der dpa und bestätigte, dass sich die eigene Sicherheitsabteilung mit der Causa beschäftige.

„Wir möchten der Öffentlichkeit versichern, dass wir solche Fehldarstellungen nicht tolerieren“, hieß es unterdessen in einer GFA-Stellungnahme: Es habe „keine korrupten Angebote“ gegeben. Nyantakyi macht gar eine Verschwörung vor dem entscheidenden WM-Gruppenspiel am Donnerstag gegen Portugal aus. Die Berichte seien veröffentlicht worden, „um den Fokus unseres Teams zu zerstören“, dargestellt würden „Halbwahrheiten und Halblügen“.

Es sei nie die Absicht gewesen, der Manipulation von Länderspielen zuzustimmen. Es bestehe kein Grund für Alarmstimmung, weil „nichts Unerhörtes passiert ist, mit dem ich oder der Verband zu tun hätten. Der Lärm, der gemacht wird, ist ohne Belang“, kommentierte er.

Allerdings konstatierte der Verband ein Treffen vor dem WM-Start in Miami mit zwei Männern, von denen auch die britischen Medien berichteten. Nach „Telegraph“-Angaben waren ein von der FIFA anerkannter Spielervermittler und ein GFA-Funktionär auf die verdeckten Reporter hereingefallen und hatten daraufhin den Kontakt zu Ghanas Verbandsoberen hergestellt.

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