Mannschaftshotels rüsten sich
Viele Extras für Muslimische Teams

Kein Alkohol in den Minibars, Rind- statt Schweinefleisch in den Maultaschen und die Fernsehkanäle mit allzu freizügig bekleideten Damen abgeklemmt: Zur Fußball-WM stellen die Teams aus islamischen Staaten ihre Mannschaftshotels vor eine besondere Herausforderung.

HB BERLIN. "Pay TV gibt's dann nicht mehr, das ist klar", sagt Stefan Fischer vom Hotel "Dolce" in Bad Nauheim, in dem die Mannschaft aus Saudi-Arabien absteigen wird. Stattdessen will er eine zusätzliche Satellitenschüssel installieren lassen, damit die Fußballer möglichst viele arabische Kanäle schauen können.

Sender dagegen, die zu viel nackte Haut zeigen, fliegen vorläufig raus. "Wenn die da zufällig reinzappen, ist die Hölle los", befürchtet Fischer. Aus den Zimmern werden neben dem Inhalt der Minibars auch die Bibeln verschwinden. "Das Neue Testament kommt raus, aber nicht der Koran rein. Da sind tausend Faktoren zu beachten, wie er korrekt wo zu liegen hat", sagt Fischer. Im Zweifel könne das Hotel aushelfen. Er gehe aber davon aus, dass die Gäste ihren Koran selbst mitbringen würden.

Bei der islamischen Gemeinde vor Ort hat sich das Hotel "Dolce" bereits Unterstützung besorgt, um einen Gebetsraum einzurichten. Mit Karte und Kompass soll die Gebetsrichtung nach Mekka ausgemessen und an der Wand angezeichnet werden. Für das leibliche Wohl der saudischen Sportler wird der Mannschaftskoch sorgen, der in den Kurort in der Nähe von Frankfurt mitreist.

Die letzten Absprachen zum Essen seien zwar noch nicht getroffen, das Hotel sei aber auf alles eingestellt, sagt Fischer. Wer im Zweifel Baklava oder Fleisch von geschächteten Tieren liefern könne, sei längst geklärt.

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