Maradona Trainer-Favorit in Argentinien
Auf dem Weg zu neuem Ruhm

Argentinien fiebert der Rückkehr von Julio Grondona entgegen – denn der Chef des argentinischen Fußballverbands AFA muss eine Antwort auf eine Frage finden, die die ganze Nation bewegt: Wer wird neuer Nationaltrainer? Als Favorit gilt der wiedererschlankte Fußballgott Diego Maradona. Es wäre ein neuer Höhepunkt in dem spektakulären Wiederaufstieg der legendären Nummer Zehn.

DÜSSELDORF/BUENOS AIRES. Nach der wiederholten Rücktrittserklärung des argentinischen Nationaltrainers José Pekermann ist die Diskussion über seine Nachfolge entbrannt. Einer der aussichtsreichsten Kandidaten ist Diego Maradona, Argentiniens Fußballgott, der bei der Weltmeisterschaft 1986 in Mexiko mit Hilfe der „Hand Gottes" und später einem weiteren Treffer per Fuß entscheidend dazu beitrug, das Viertelfinale gegen England zu gewinnen, um später dann Deutschland im Finale 3:2 zu schlagen.

Die Entscheidung darüber, wer die himmelblau-weiße Elf in Zukunft leitet, trifft Julio Grondona. Der Präsident des argentinischen Fußballverbands AFA trifft am Dienstag spätabends in Argentinien ein. Bisher hat die AFA den Rücktritt Pekermans nicht offiziell angenommen. Grondona will in einem persönlichen Gespräch mit dem Trainer noch einmal versuchen, ihn zum Weitermachen zu überreden. Es gilt jedoch als nahezu sicher, dass der Nationalcoach sich nicht erweichen lassen wird, obwohl die Mehrheit der argentinischen Bevölkerung ihn Umfragen zufolge weiter in dem Amt sehen wollen. Grondona hatte Maradona in der Vergangenheit als „natürlichen Kandidaten" für den Posten bezeichnet.

Maradona hat in seinem Leben immer zwischen ganz unten und ganz oben gewechselt. Zuerst schaffte der heute 45-Jährige den Sprung aus dem Slum zum Weltstar. Dann beendeten Doping-Skandale die Karriere vorzeitig und ein am Boden zerstörter Maradona rutschte in die Kokainsucht ab. Mit verschiedenen Behandlungen in Kuba und Argentinien versuchte er immer wieder vergeblich, seiner Drogensucht und extremen Fettleibigkeit Herr zu werden. Zwischenzeitlich wurde er sogar für unmündig erklärt. Den Tiefpunkt erreichte „Dieguito“ Anfang 2005, als Maradona in der Intensivstation eines argentinischen Krankenhauses wegen einer Herzmuskelschwäche um sein Leben rang.

Danach begann es aufwärts zu gehen. Scheinbar bekam der Fußballgott seine Sucht in den Griff. Nach einer Operation in Kolumbien, bei der sein Magen auf ein Zehntel verkleinert wurde, schrumpfte Maradona schließlich innerhalb von fünf Monaten um 50 Kilo auf etwas über 70 Kilo. Von der guten körperlichen und geistigen Form ihres Idols konnten sich die Argentinier im letzten Jahr in der eigens für ihn geschaffenen Fernsehshow „Die Nacht der Nummer Zehn" überzeugen. Das Format, eine rührselige Mischung aus persönlichen Huldigungen an Maradona und einem Defilé argentinischer Fußballstars, war überaus erfolgreich. Maradona wurde zum Quotenstar.

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