Markenexperte über BVB-Star
„Reus muss klipp und klar Stellung beziehen“

Das Fahren ohne Führerschein beschädigt auch die Marke Marco Reus, sagt Experte Christopher Spall. Im Interview erklärt er, was Reus jetzt tun muss, um sein Image zu retten und was andere daraus lernen können.
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Herr Spall, was bedeutet das jahrelange Fahren ohne Führerschein für die Marke Marco Reus?
Christopher Spall: Die Währung für Persönlichkeitsmarken heißt Glaubwürdigkeit – und die ist für Reus erst mal futsch. Die sonst von ihm außerhalb des Platzes gezeigte Zurückhaltung und Überlegtheit sind ad absurdum geführt. Dennoch gilt: Ist der gute Ruf erst mal aufgebaut, so ähnelt er mehr einer robusten Eiche als einem zarten Pflänzchen. Damit die Marke Reus dauerhaft Schaden nimmt, müsste er seine Werte weiterhin verraten. Erst wenn viele negative Assoziationen die positiven überragen, sprechen wir tatsächlich von einer Reputationskrise.

Gab es in der Vergangenheit vergleichbare Fälle?
Erinnern Sie sich noch an das Umfallen der A-Klasse im Elchtest? Kurzfristig war der Schaden für Mercedes groß. Dennoch zählt die Marke heute wieder und immer noch zu den gefragtesten Premium-Automobilmarken. Das ist aber gewiss kein „Freifahrtschein“. Lothar Matthäus hat uns gezeigt, dass auch die robusteste Eiche umfallen kann. Einer der größten deutschen Sporthelden hat durch regelmäßige Dummheiten und durch sein öffentlich ausgetragenes Privatleben seinen Ruf auf das Niveau seiner Englisch-Kenntnisse hinunterkatapultiert.

Welche Auswirkungen hat das öffentlich gemachte Fehlverhalten für die Werbefigur Marco Reus?
Der Marktwert von Reus hat sich in den vergangenen zwei Jahren verdoppelt. Damit legte auch der Werbewert für den Markenbotschafter Reus drastisch zu. Letzteres erfährt durch die Führerschein-Affäre einen herben Dämpfer.

Glauben Sie wirklich, dass die Marke Hot Wheels weiterhin seine Spielzeugautos in Werbespots mit Reus präsentiert?

Um Markenbotschafter für Hot Wheels zu bleiben, bräuchte er zwar nicht zwingend einen Führerschein, aber das Vertrauen der Konsumenten. Spielzeugautos werden in der Regel von Eltern minderjähriger Kinder gekauft. Würden Sie ihrem 12-jährigen Sohn die Spielzeugverpackung mit aufgedrucktem Marco-Reus-Porträt guten Gewissens unter den Christbaum legen?

Und wie wird sich Opel mit seinem Reus-Sondermodell verhalten?
Das wird eine spannende Frage sein. Für die ohnehin angeschlagene Marke ist ein notorischer Verkehrssünder als Werbefigur ein unglücklicher Querschläger auf dem Weg hin zu einer höheren Reputation.

Reus ist in der öffentlichen Diskussion gehörig unter Beschuss geraten. Welche Bedeutung hat diese Diskussion langfristig für die Marke Reus?
Persönlichkeiten leben wie Produkt- und Unternehmensmarken von den Geschichten, die über sie erzählt werden. Ich frage mich, was Reus in den nächsten Monaten über sein Fußballspiel hinaus aktiv tun wird, damit bald wieder positive Geschichten über ihn erzählt werden. Sollte er keine Dinge tun, die bleibenden Eindruck hinterlassen, wird die Marke Reus auch langfristig beschädigt bleiben. Aber er hat es in der Hand und auf dem Fuß.

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  • Reus hat eine angeborene Lese- u. Schreibschwäche. Man sollte ihm daher den Führerschein schenken. Fahren kann er ja!

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