Marketing im Fußball
Weltmeister Bierhoff foult Selfie-Könige

Der DFB-Teammanager Oliver Bierhoff knöpft sich die Generation Selfie unter den Kickern vor. Banal und anstrengend findet er das, was manche Spieler so übers Netz rausposaunen. Ob sich jemand angesprochen fühlt?
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BerlinIst es der Frust nach dem verunglückten Start in die EM-Qualifikation? Der Weltmeister wackelt plötzlich – und wäre nach heutigem Stand beim nächsten großen Turnier 2016 nur Zuschauer. Zeit also für eine kleine Generalabrechnung.

Das muss sich Teammanager Oliver Bierhoff gedacht haben und knöpfte sich die DFB-Kicker mal gehörig vor – wenn auch offiziell aus anderem Anlass. In der „Welt am Sonntag“ zog der 46-jährige Ex-Nationalspieler gegen die „Generation Selfie“ vom Leder.

„Heute sitzen manchmal sechs Spieler an einem Tisch und jeder ist mit seinem Smartphone beschäftigt. Ganz ehrlich, mir gehen diese Mitteilungen von Banalitäten und auch Selfies teilweise auf den Keks.“ Tatsächlich erweist sich Bierhoff als großer Kritiker der sozialen Netzwerke.

„Worin besteht mein Nutzen? Ich bin da sehr nüchtern. Lohnt sich der Aufwand, in diesem Bereich aktiv zu sein? Was ist der Preis dafür? Verlust der Privatsphäre“, mahnt Bierhoff im Springer-Blatt an, der selbst keine Facebook-Seite betreibt oder twittert.

Und weiter: „Man sollte sich schon mal fragen, wie frei man sich eigentlich fühlt, wenn man jeden Tag aus seinem Urlaub etwas postet. Ich finde es teilweise narzisstisch. Warum muss ich der Welt mitteilen, wie gut es mir geht, wie cool alles ist. Das hat doch manchmal nichts mehr mit dem normalen Leben zu tun, da werden Traumwelten kreiert.“

Wahre Worte, die jeder intensive Facebook-Nutzer anhand des nur allzu fantastischen Social Media-Lebens seiner virtuellen Freunde nur allzu gut nachvollziehen kann. „Früher waren Bekanntheit und Sympathie diesbezüglich wichtig. Heute zählt eben auch, wie aktiv du im Social-Media-Bereich bist“, erklärt Bierhoff den Trend, dem vor allem Lukas Podolski, Mesut Özil und Andre Schürrle bei der WM und danach immer nachgeeifert sind.

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