Fußball
Matthäus will wieder täglich auf den Platz

Die Sehnsucht nach der täglichen Arbeit treibt Lothar Matthäus wohl schon in den kommenden Tagen zu einer Vertragsunterschrift bei Paok Saloniki. Derzeit ist der 44-Jährige noch als Nationaltrainer Ungarns im Einsatz.

"Ich vermisse den Tagesjob, weil mir als Nationaltrainer in Ungarn der ständige Kontakt zu den Spielern fehlt", sagt Lothar Matthäus, seines Zeichens (noch) Nationaltrainer in Ungarn und vielleicht schon bald wieder Vereinscoach - beim griechischen Erstligisten Paok Saloniki. Der deutsche Rekordnationalspieler befindet sich nach eigenen Angaben in "fortgeschrittenen Verhandlungen" mit den Hellenen.

Seine nähere Zukunft soll sich bis Ende der kommenden Woche klären. "Es sind noch einige Punkte zu klären. Das Finanzielle ist nicht das Wichtigste. Für mich ist wertvoller, welches Umfeld ein Verein mir als Trainer bietet, ob die sportliche Infrastruktur stimmt", erklärte der 44-Jährige weiter. Auch die sonstigen Rahmenbedingungen bei Griechenlands zweimaligem Meister und viermaligem Pokalsieger will Matthäus erst noch prüfen: "Ich habe eine Familie und müsste mir deswegen vor einer Einigung auch erst einmal noch die Stadt ansehen. Das habe ich vor meinem Amtsantritt bei Partizan Belgrad auch getan."

Matthäus will Gespräch mit Ungarn suchen

Vor einer Entscheidung will der Kapitän der deutschen Weltmeister-Elf von 1990 zudem noch Kontakt zu seinem derzeitigen Arbeitgeber aufnehmen: "Natürlich muss ich auch mit den Ungarn sprechen." Sein Vertrag in Budapest läuft zum Jahresende aus, nachdem die Magyaren auch unter der Regie des 150-maligen Nationalspielers ihre erste Teilnahme an einem WM-Turnier seit 1986 in Mexiko verpasst haben. Die abschließenden Gruppenspiele in der WM-Ausscheidung in Bulgarien (8. Oktober) und gegen Kroatien (12. Oktober) haben für das Matthäus-Team nur noch statistische Bedeutung.

Zwar hat Ungarns Verband trotzdem schon Bereitschaft zu einer Vertragsverlängerung mit Matthäus, der in seiner Wahlheimat ungeachtet des sportlichen Misserfolgs populär ist, signalisiert. Doch den einstigen Weltstar stören die strukturellen Probleme im ungarischen Fußball. "Die Zusammenarbeit mit den Vereins-Trainern ist sehr schwierig. Jeder denkt nur an sich", klagte Matthäus im sid-Gespräch. Schon vor Monaten hatte der frühere Bundesliga-Profi von Bayern München und Borussia Mönchengladbach in einer Generalabrechnung kein gutes Haar an seinen Arbeitsbedingungen gelassen: "Professionalismus steht nur auf dem Papier."

Paok seit sechs Tagen ohne Trainer

Saloniki, das nach drei Punktspielen noch sieglos ist und in der Vorwoche nach dem enttäuschenden 1:1 im Uefa-Cup-Spiel gegen Metalurg Donezk seinen Coach Nikos Karageorgiou feuerte, wäre seine dritte Station als Vereins-Coach. Seinen Einstand im Trainer-Geschäft gab Matthäus, der immer wieder auch mit Engagements in der Bundesliga liebäugelt und 2004 gerne die Nachfolge des zurückgetretenen Teamchefs Rudi Völler bei der deutschen Nationalmannschaft übernommen hätte, zunächst bei Rapid Wien. Nach seinem Rauswurf bei Österreichs Rekordmeister heuerte der Franke in Belgrad an und führte die Serben 2003 nach dem gemeinsamen Titelgewinn bis in die Champions League, ehe Matthäus im Dezember des gleichen Jahres nach Partizans Aus in der Königsklasse "aus persönlichen Gründen" als Nationaltrainer nach Ungarn wechselte.

© SID

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