Medien-Umgang des DFB
Ganz oder gar nicht - Fotografen verlassen PK

Zeitlich begrenzt wollten die Fotografen am Montag bei der Pressekonferenz mit Bundestrainer Jürgen Klinsmann nicht arbeiten. Die Diskussion um den Boykott soll im Umfeld des Länderspiels in Leverkusen beigelegt werden.

Das übliche Klicken der Fotoapparate fehlte am Montag auf der Pressekonferenz mit Bundestrainer Jürgen Klinsmann. Die Fotografen boykottierten den Auftritt des 41-Jährigen kurzerhand, nachdem DFB-Mediendirektor Harald Stenger angekündigt hatte, dass Klinsmann nur fünf Minuten lang Aufnahmen wünsche.

Als der Bundestrainer mit seinen Ausführungen zum Länderspiel gegen Japan am Dienstag in Leverkusen begann, standen die Fotografen auf und verließen den Presseraum im Stadion von Servette Genf. Am vergangenen Freitag hatte sich Klinsmann bei der Pressekonferenz durch die Fotografen angeblich gestört gefühlt.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) erklärte durch seinen Mediendirektor Harald Stenger: "Es geht nicht darum, wie es uns fälschlicherweise unterstellt wurde, Einschränkungen von Arbeitsbedingungen vorzunehmen. Es handelte sich nur um eine freundliche Bitte der Rücksichtsnahme. Ohne den Versuch, mit uns Kontakt aufzunehmen, wurde daraus eine gezielte Aktion gemacht, die wir weder vom Inhalt noch vom Stil nachvollziehen können."

Mit Unverständnis reagiert der Verband Deutscher Sportjournalisten (VDS) auf die Aufforderungen des DFB in Richtung Fotografen. "Nur Teilen der Medien das Arbeiten bei Pressekonferenzen zu ermöglichen, während es anderen verwehrt wird, halte ich für sehr problematisch. Wo zieht man die Grenze?", sagte Fotografensprecher Markus Gilliar in einer VDS-Stellungnahme. Einige Fotografen hatten Befürchtungen geäußert, wonach diese Regelung auch bei anderen DFB-Events, bis hin zu DFB-Spielen, greifen könnte.

Im Rahmen des Länderspiels am Dienstag in Leverkusen werde es ein klärendes Gespräch von Stenger und den VDS-Fotografensprechern geben, um die entstandenen Irritationen auszuräumen, teilte der VDS mit. "Gerade im Hinblick auf die Fußball-WM darf sich ein ähnlicher Vorgang auf keinen Fall wiederholen, dafür werden wir uns einsetzen", erklärte Hans-Joachim Zwingmann, Vizepräsident des VDS.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%