Medienbericht
Hedgefonds wetten gegen Manchester United

Für Manchester United läuft es derzeit gar nicht rund. Der britische Rekordmeister spielt in der Liga nur unter ferner liefen. Zum allem Überfluss haben sich nun auch noch Hedgefonds gegen den Klub verschworen.
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Seitdem der langjährige Trainer Alex Ferguson den englischen Fußballclub verlassen hat, läuft es für Manchester United nicht mehr so richtig rund. In der Premier League haben die Red Devils nur 22 Punkte und liegen sechs Punkte hinter einem Platz in der Tabelle, der ihnen in der nächsten Saison die Teilnahme an einem lukrativen europäischen Wettbewerb ermöglichen würde. Der Rückstand zum Spitzenreiter Arsenal London beträgt bereits 13 Punkte. Doch nicht nur sportlich sieht die Zukunft nicht gerade rosig aus. Auch an der New Yorker Börse setzt derzeit niemand auf die Briten – im Gegenteil: Hedgefonds wetten sogar, dass die Aktie von Manchester United ähnlich einbrechen wird wie ihre sportliche Leistung. Das berichtet die „Financial Times“.

Laut des Medienberichts hat die Gesellschaft Odey Asset Management eine sogenannte Short-Option von fünf Millionen Pfund (etwa 5,94 Millionen Euro) auf die Papiere des Fußballklubs. Odey Asset Management gehört dem Hedge-Fonds-Manager Crispin Odey und zählt zu den prominentesten Fonds Großbritanniens. Nach Angaben der FT hält der Hedgefonds 310.000 Aktien auf Leihbasis an dem Club, das sind weniger als ein Prozent der Klasse-A-Anteile des Vereins. Das Prinzip der sogenannten Short-seller: Sie leihen sich Aktien und verkaufen sie sofort. Am Rückgabetermin müssen sie die Papiere dann nachkaufen – und ist der Kurs wie erhofft gefallen, ist die Differenz der Gewinn. 

Äußern wollte sich weder Manchester United noch Odey. Und nicht nur Odey setzt offenbar gegen ManUnited. Auch der New Yorker Hedgefonds Tremblant Capital soll eine Short-Position auf 0,81 Prozent der Aktien halten.

Beide stellen sich damit gegen den Trend. Die Zahl der Aktien auf Leihbasis lag Anfang des Jahres noch bei zehn Prozent, inzwischen ist der Anteil auf knapp sechs Prozent gesunken. Das zeigen Daten des Markit-Instituts. Der Aktienkurs ist seit dem Sommer sogar deutlich gestiegen. Damals lag der Kurs bei 14 Pfund (16,61 Euro) pro Aktie, inzwischen sind es knapp 17 Pfund (20,18 Euro). Damit sind die Manchester-Papiere ein Fünftel mehr wert als noch vor zwölf Monaten.

Das dürfte auch an dem Rekorddeal liegen, den der britische Verein im vergangenen Sommer mit General Motors abgeschlossen hat. Der Autobauer zahlt 559 Millionen Dollar als Trikotsponsor des Vereins für insgesamt sieben Spielzeiten. So viel hat noch kein anderer Verein für die Werbung auf der Brust bekommen.

Doch selbst dieser Sponsorendeal kann die Hedgefonds offenbar nicht überzeugen.

Lisa Hegemann
Lisa Hegemann
Handelsblatt Online / Freie Mitarbeiterin

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