Mexikos Trainer ohne Worte
La Volpe verpasst sich einen Maulkorb

Keines Blickes würdigte Mexikos Trainer Ricardo La Volpe die Journalisten nach dem ersten öffentlichen Training in Göttingen. Nach seinem Streit mit Francisco Fonseca schwieg der 54-Jährige auch zu Rücktrittsforderungen.

Lediglich die Rufe der Fans vermochten ein kleines Lächeln auf das Gesicht des mexikanischen Nationaltrainers Ricardo La Volpe zu zaubern. Sonst ließ sich der 54-Jährige beim ersten öffentlichen Training von "El Tri" in Göttingen am Sonntag keine Regung oder gar Antwort entlocken. Nach seinen Auseinandersetzungen mit mexikanischen Journalisten und Stürmerstar Francisco Fonseca über dessen Nicht-Berücksichtung im Testspiel gegen Frankreich (0:1) blieb La Volpe nun still. Mit auf den Boden gerichtetem Blick ging er an den Medienvertretern vorbei und ignorierte ihre Fragen.

Derweil wird in der Heimat der Druck auf den Argentinier sieben Tage vor dem ersten Auftritt seines Teams gegen den Iran am 11. Juni (18.00 Uhr) in Nürnberg immer größer, sogar Rücktrittsforderungen werden laut. "Leider war sein Verhalten in den letzten Tagen unangenehm und empörend für viele in Mexiko. Sich auf diese Art zu betrinken und danach öffentliche Interviews zu geben, erscheint mir völlig unverantwortlich", sagte Klub-Präsident Jorge Vergara von Ex-Meister Deportivo Guadalajara, der mit sechs Spielern den größten Anteil im WM-Kader der Mittelamerikaner stellt, in einem Radio-Interview: "Wir sind eine Woche von der WM entfernt. Der mexikanische Verband muss viel Mut haben, diese Entscheidung zu treffen. Ich hoffe, er entlässt ihn."

Vergara und La Volpe liegen schon seit dem Vorjahr im Clinch, weil der Nationalcoach zahlreiche Spieler der "Chivas" für den Confed-Cup in Deutschland nominierte, obwohl der Klub in der Copa Libertadores, der Champions League der Region, noch ums Weiterkommen kämpfte.

La Volpe hatte jüngst Fonsecas Beschwerden als "dummes Zeug" abgekanzelt und mexikanische Journalisten vor dem Testspiel gegen Holland (1:2) als "Klatschmäuler, die nichts vom Fussball verstehen" bezeichnet. Der 54-Jährige, der 1978 als dritter Torwart mit Argentinien Weltmeister geworden war, ist seit 2002 im Amt. Seine Zukunft nach der WM ist ungewiss.

© SID

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