Miami United
Beckhams zähe Klub-Ambitionen

Fußballlegende David Beckham würde sein Geld gerne in ein Team der US-Profiliga MLS investieren. Im Auge hat der Brite eine Klubgründung in seiner Wahlheimat Miami. Doch die Metropole macht es dem Star schwer.
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New YorkDon Garber ist es mittlerweile gewohnt, einen gekonnten Tanz um den heißen Brei zu vollführen, wenn es um das Thema David Beckham und Miami geht. Die Fußball-Ikone möchte in Florida einen Profiklub verankern, gelungen ist es bisher nicht. Seit Jahren nun ist die Angelegenheit in der Schwebe und der Präsident der US Fußball-Liga MLS hat es zu einer Kunstform entwickelt, die Öffentlichkeit mit Vagheiten zu vertrösten. An diesem Mittwoch, am Rand des All-Star Spiels zwischen den Besten seiner Liga und Real Madrid, gab Garber jedoch eine ganz besonders ausgefeilte Kostprobe dieser Kunst zum Besten. 

„Die Zeit ist reif für Miami, um eine großartige MLS Stadt zu werden“, ließ Garber bei seiner Pressekonferenz nach der Partie wissen, die Madrid mit 4:2 gewann. Nicht ohne einzuschränken, dass man die Ziellinie „noch nicht ganz überquert“ habe. 

Vorangegangen war eine Präsentation von Beckham und dessen Geschäftspartner Todd Boehly vor den Team-Besitzern der Liga, zu denen Beckham nun  schon seit 2014 so gerne gehören möchte. Beckham hatte alles im Gepäck, was für einen Zuschlag für seine Zukunft als Eigner von Miami United nötig ist: Sein Finanzierungsmodell, seine Stadionpläne, seine Marketingstrategie. Doch für einen endgültigen Zuschlag durch die Liga reichte es immer noch nicht, „es seien noch Details zu klären“, orakelte Garber. 

So schwierig hatte sich Beckham die Dinge gewiss nicht vorgestellt, als er 2007 aus Madrid in die USA kam und bei L.A. Galaxy unterschrieb. Sein Vertrag damals gab ihm die Option gegen eine Gebühr von 25 Millionen Dollar Besitzer eines Teams der rasant expandierenden MLS zu werden. Ein Schnäppchenpreis  im Vergleich zu den 100 Millionen, die etwa jüngst der New York FC an Major League Soccer zahlen musste. 

Beckhams Zukunft nach dem Fußball schien gesichert. Der Superstar würde sich nicht in seiner 16 Millionen Dollar Luxusvilla auf dem exklusiven Star Island gegenüber von Miami Beach langweilen müssen. Als Inhaber der Firma Miami Beckham United würde er seine unternehmerischen Impulse und Talente ausleben können. 

Als Beckham sich im Jahr 2014 dann entschloss, ernst zu machen mit dem Unternehmertum, musste er jedoch rasch feststellen, dass auf diesem Gebiet nichts so einfach ist, wie ein elegant ins Tor gedrehter Freistoß. Beckhams Weg zum Team-Besitztum war von Anfang an mit Steinen gepflastert. 

Insbesondere Beckhams Wahlheimatstadt Miami zeigte sich weniger beeindruckt vom Beckham-Glamour als der Super-Promi das gewohnt ist. Bei seiner Suche nach einer passenden Immobilie für das Stadion rollte die „magische Stadt“, wie Miami sich gerne nennt, Beckham nicht gerade den roten Teppich aus. 

Beckham hätte das Stadion gerne im Geschäftsbezirk Downtown Miami am Ufer der Bucht gehabt, für jeden zugänglich und mittendrin. Doch beim ersten Grundstück,  das Beckham anvisiert hatte, meldete die benachbarte Fährgesellschaft Bedenken an und siegte schließlich vor den entscheidenden politischen Gremien. Die Pläne für ein zweites Grundstück neben der American Airlines Arena, dem Stadion des NBA Teams Miami Heat, scheiterte an Streitigkeiten um Grundsteuern und Bedenken ob der Umweltverträglichkeit des Projekts. 

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