Milan feiert Kaka
Lyon Mannschaft der Stunde

dpa HAMBURG. Der AC Mailand feierte in seinem 300. Europacup-Spiel die „magische Nacht“ von Kaka, doch das Maß aller Dinge in Europas Fußball ist derzeit Olympique Lyon.

Mit dem 1:0 gegen Dynamo Kiew überstanden die Franzosen als einziges Team auch das vierte Vorrundenspiel der Champions League ohne Punktverlust und stiegen endgültig zum heißen Titelkandidaten auf. „Neun Tore geschossen, keins kassiert, die phänomenale Serie auf 14 Siege in Folge ausgebaut. Manchmal sollte man schweigen und die Zahlen sprechen lassen“, schwärmte „L'Equipe“ über das Team von Gerard Houllier. „Was die Mannschaft in dieser Saison leistet, ist phänomenal.“

Der 18-jährige Karim Benzema, der aus dem eigenen Nachwuchs stammt, machte mit seinem Treffer in der 14. Minute Olympiques Traumstart perfekt. „Unser Ziel ist es jetzt, die Gruppe auch als Erster abzuschließen“, sagte Houllier, dessen Mannschaft im Vorjahr im Viertelfinale am AC Mailand gescheitert war. Dazu genügt Lyon am 21. November im Gipfeltreffen bei Real Madrid bereits ein Remis.

Im Sog des übermächtig erscheinenden französischen Meisters sicherte sich auch Real vorzeitig das Überwintern in Europas Eliteklasse. „Ein Tor, das vom Himmel fiel“ („As“) reichte den Madrilenen zum 1:0 gegen Steaua Bukarest. Als der Rumäne Banel Nicolita den Ball in der 70. Minute zu seinem Keeper zurückspielte, hatte er zuvor übersehen, dass dieser sein Gehäuse längst verlassen hatte. „Es war der dümmste Treffer, den man im Bernabeu-Stadion je gesehen hat“, schilderte „Marca“ die entscheidende Szene. Zu allem Überfluss verschoss Ruud van Nistelrooy in der Schlussphase auch noch einen Elfmeter für den Favoriten. „Groucho Marx hätte an diesem Spiel seine Freude gehabt“, merkte das Blatt „As“ kritisch an.

Derweil bahnt sich bei Real erneut Krach um Superstar Ronaldo an. Der Brasilianer saß wider Erwarten nur auf der Bank und wurde erst in der Schlussphase eingewechselt. „Er hatte im Training einen Schlag gegen den Hals bekommen“, begründete Trainer Fabio Capello seine Maßnahme. Ronaldos Kommentar dazu: „Mein Hals ist okay. Weshalb ich auf der Bank saß? Da müssen Sie den Trainer fragen.“

Über jeden Zweifel erhaben ist Ronaldos Landsmann Kaka beim AC Mailand. „Wie ein Hurrikan“ („Corriere della Sera“) fegte der Mittelfeldstar über die bedauernswerten Belgier vom RSC Anderlecht hinweg und besiegelte mit drei Toren zum 4:1 praktisch schon Milans Einzug in die K.o.-Runde. Die Gala des Ballkünstlers, der mit nun fünf Champions-League-Treffern zum in der Torschützenliste führenden Didier Drogba (FC Chelsea) aufschloss, versetzte Clubchef Silvio Berlusconi in Hochstimmung: „Ich will mal sehen, wen sie zum Weltfußballer des Jahres wählen. Kaka hat diesen Preis verdient.“ Für Trainer Carlo Ancelotti ist der Spielmacher und Torjäger in einer Person ohnehin „der stärkste der Welt“.

Während Milan praktisch schon durch ist, blieben die Clubs von der Insel überraschend torlos. Manchester United verspielte mit dem 0:1 beim FC Kopenhagen den vorzeitigen Achtelfinal-Einzug, der FC Arsenal vergab beim 0:0 gegen Zska Moskau Chancen in Hülle und Fülle. „Wir hätten mit sechs oder sieben Toren Differenz gewinnen müssen“, ärgerte sich Trainer Arsene Wenger über seine Angreifer. Die größte Chance für die Londoner versiebte der Ex-Dortmunder Tomas Rosicky (45.), der aus drei Metern das leere Tor nicht traf. Nicht besser machte es der englische Rivale im Parken von Kopenhagen, wo der frühere Rostocker Marcus Allbäck (73.) den ersten Sieg einer dänischen Mannschaft gegen Manchester United besiegelte.

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