Milliardenmarkt Premier League
Jenseits von europäischen Maßstäben

Neue Millionäre und immer höhere Investitionen: Auch in dieser Saison wurde nirgendwo so viel Geld ausgegeben wie in der englischen Premier League. Doch Finanzexperten warnen: Der Milliardenmarkt könnte vor einer Überhitzung stehen.

BERLIN- Als Michel Platini Anfang der Woche in einem Interview mit der Londoner „Times“ die steigende Zahl von ausländischen Klubeigentümern und deren Geschäftsmethoden in der Premier League kritisierte, war die Reaktion der englischen Medien vorhersehbar. Ein Sozialist sei der Uefa-Präsident ohnehin, polemisierte etwa der „Independent“, und natürlich läge die französische Ökonomie auch deshalb am Boden, weil man sich massiv gegen den Einfluss ausländischer Investoren in heimischen Unternehmen stemme.

Dabei hatte Platini nur ausgesprochen, was mittlerweile auch von Wirtschaftsexperten des Königreiches befürchtet wird: Der Milliardenmarkt der englischen Premier League, die am Wochenende in die Saison 2007/2008 startet, könnte vor einer Überhitzung stehen.

Finanziell entrückt vom Rest Europas war die Premier League schon lange. Mit dem Verkauf der Auslandsfernsehrechte ist man Anfang diesen Jahres jedoch abermals in neue Dimensionen der globalen Vermarktung vorgestoßen. Eine Mrd. Euro kassiert die Liga nun in den kommenden drei Spielzeiten. Damit addiert sich der Erlös aus Medienrechten für die kommenden drei Jahre auf vier Mrd. Euro.

Selbst Mitläufer wie Portsmouth können nun mit mehr als 50 Mill. Euro jährlich rechnen – mehr als der deutsche Meister. Vom Umsatz her erreicht die Liga mit 2,5 Mrd. Euro pro Jahr mittlerweile amerikanische Dimensionen, lässt die NHL (Eishockey) hinter sich und nähert sich der NBA (Basketball).

Und weil nur der Verbleib im Oberhaus des englischen Fußballs den Platz an der Sonne sichert, sind die Vereine auch in diesem Jahr finanziell an ihre Schmerzgrenze gegangen – bisweilen auch darüber hinaus. Die Football Industry Group (FIG), eine der führenden Unternehmensberatungen der Premier League hat in ihrem aktuellen Report erstmals seit Jahren Alarm geschlagen. „Es gibt klare Anzeichen, dass die englische Fußballindustrie vor einer Überhitzung steht“, sagt Philip Long von der FIG. Vor allem der Fakt, dass zwei Drittel der Klubs ihre Schulden vergrößert hätten, sollte bei den Banken die Alarmlampen leuchten lassen.

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