Millionen aus England
Bundesliga schafft positive Transfer-Bilanz

Das gab es schon lange nicht mehr: Die Bundesliga macht satte Gewinne mit Verkäufen von Spielern. Wer in den Millionen aus England schwimmt und wer noch rote Zahlen produziert. Die Bilanz der Transferperiode.
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DüsseldorfDer Verkauf von Spielern ist für die Top-Fußballvereine kein gutes Geschäft. Seit der Saison 2004/05 häufte die 1. Bundesliga unter dem Strich Verluste von mehr als einer Milliarde Euro an, stellte der Bundesligaverband DFL fest. Der Löwenanteil dieser Summe entfällt nach Berechnungen von Transfermarkt.de auf den FC Bayern München. Daneben ist vor allem der VfL Wolfsburg langfristig mit roten Zahlen aufgefallen.

Doch diese Grundregel für Topklubs könnte sich nun ändern. Erstmals seit zehn Jahren verbuchten in der am Montag um 18 Uhr zu Ende gegangenen Transferperiode mehr als die Hälfte der Bundesligavereine ein Plus. Das ist sehr ungewöhnlich. Neben Wolfsburg freuten sich auch Hoffenheim, Mainz, Schalke und Stuttgart über Transfergewinne von mehr als zehn Millionen Euro.

Ursache ist in den meisten Fällen der Millionenstrom, der durch die Fernsehsender und die reichen Geldgeber in der englischen Premier League in den Fußball gedrückt wird. Der viel diskutierte Transfer des Belgiers Kevin De Bruyne ist nur die Spitze des Eisberges. In dessen Folge zirkulierten die englischen Millionen schneller als erwartet in der Bundesliga.

Das zeigte sich nicht nur am Wechsel von Julian Draxler, der für 35 Millionen Euro von Schalke nach Wolfsburg wechselt. Bis Montag um 18 Uhr wurden urplötzlich weitere Millionenbeträge locker gemacht. Bayer Leverkusen gab nicht nur zehn Millionen für den Dortmunder Kevin Kampl, sondern auch noch zwölf Millionen für Javier "Chicharito" Hernandez von Manchester United aus. Der FC Augsburg kaufte für fünf Millionen Ja-Cheol Koo (bisher Mainz). Der Hamburger SV investierte drei Millionen in Aaron Hunt vom VfL Wolfsburg.

Überhaupt Schalke: Viele Vereinsmitglieder mögen den Abschied des Ur-Schalkers Draxler nicht verstehen. Doch dieser Deal liegt absolut in der Geschäftslogik der vergangenen fünf Jahre. Diese lautet: Auf die Jugend setzen und gute Spieler nach einigen Jahren teuer verkaufen. Im Fünfjahresvergleich setzte sich Schalke damit an die Bundesliga-Spitze.

Kein anderer aktueller Erstligist erzielte unter dem Strich in fünf Jahren durch Spielertransfers so viel: knapp 30 Millionen Euro. Und kein anderer schaffte damit – nach den Berechnungen von Transfermarkt.de – in vier von fünf Fällen einen positiven Wechselsaldo. Das ist überaus bemerkenswert für einen Verein, der zuletzt vor allem durch zahlreiche Trainerwechsel auffiel.

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