Millionenspiel in der Relegation
Angst vor dem finanziellen Absturz

Der 1. FC Nürnberg kämpft um das große Los Bundesliga. Eintracht Frankfurt zittert um zweistellige Millioneneinnahmen. Ein brisantes Spiel um Ab- und Aufstieg – wirtschaftlich, sportlich und wegen der Fanfeindschaft.

DüsseldorfUm die Sonnenplätze in der Bundesliga, also bis Platz 7, rangeln sich eine Vielzahl von Klubs, in den letzten Jahren auch immer wieder Hannover 96 und der VfB Stuttgart. Beide sind nun abgestiegen und müssen finanziell wesentlich bescheidener auftreten. Ein ähnliches Schicksal droht auch Eintracht Frankfurt, immerhin Platz 11 in der Rangliste der TV-Gelder für die Saison 2016/17.

Diesen Platz an der Sonne können die Frankfurter nur halten, wenn sie in den beiden Relegationsspielen gegen den 1. FC Nürnberg die Oberhand behalten (Donnerstag und Montag, jeweils 20.30 Uhr). Sollte Frankfurt dagegen absteigen, wären mehr als 20 Millionen Euro TV-Gelder futsch. Der Grund: In der zweiten Liga sind die Sockelbeträge aus dem nationalen Topf niedriger, aus dem internationalen TV-Pool fließt nichts mehr.

Real Madrid und der FC Barcelona mögen solche Summen aus der Portokasse holen. Auch nahezu alle Klubs aus der englischen Premier League sind im Milliardengeschäft Fußball längst über das Frankfurter Niveau hinaus – genauso wie Bayern München, Borussia Dortmund, Schalke 04, Bayer Leverkusen oder Borussia Mönchengladbach.

Für den Traditionsklub Eintracht Frankfurt steht dagegen vergleichsweise viel Geld auf dem Spiel. Gemessen am Umsatzziel von rund 100 Millionen Euro für die Saison 2015/16 würden allein durch den TV-Bereich ein Viertel der Gesamteinnahmen wegbrechen. Weniger Geld mit Sponsoren und an den Spieltagen kämen hinzu. Es ist klar, dass solche Millionenverluste nur durch drastische Einschnitte im Lizenzspieleretat aufgefangen werden könnten.

Die Lage des Herausforderers aus Nürnberg ist dagegen genau umgekehrt. Die Franken haben die Radikalkur zweite Liga schon hinter sich und wollen nun wieder an die großen Geldtöpfe. Allein durch Fernsehgelder könnte der Umsatz um rund 17 Millionen Euro hochgeschraubt werden. Im Ergebnis würde wieder das alte Bundesliga-Niveau von rund 65 Millionen Euro erreicht.

Fazit: Allein mit den zusätzlichen TV-Geldern könnte Nürnberg den Kader deutlich aufwerten und den Wert seiner Profispieler gegenüber den Zweitligazeiten in etwa verdoppeln. Die Nürnberger sind also – aus finanzieller Sicht – mindestens genauso motiviert wie die Frankfurter, allerdings positiver. Sie haben weniger zu verlieren – und sportlich jede Menge zu gewinnen.

 

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Angst vor dem finanziellen Absturz

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Spannung pur – verfeindete Fans

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